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Windenergie vorne: Erneuerbare Energien deckten über 16 Prozent des NRW-Strombedarfs

Windenergie vorne : Erneuerbare Energien deckten über 16 Prozent des NRW-Strombedarfs

Erneuerbare Energien haben im vergangenen Jahr über 16 Prozent des Stromverbrauchs in NRW gedeckt. Insgesamt hätten die 288.000 Wind-, Solar- und Biogasanlagen im bevölkerungsreichsten Bundesland eine Strommenge von 23,3 Terawattstunden geliefert.

Das berichtete das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) am Mittwoch. Mit Abstand den größten Anteil an Erneuerbarem Strom lieferten dabei weiterhin die rund 3700 Windenergieanlagen in Nordrhein-Westfalen, die insgesamt rund 11,6 Terawattstunden ins Netz einspeisten. 2019 wurden allerdings nur noch 37 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von 125 Megawatt installiert. Damit konnte sich auch NRW dem rückläufigen Bundestrend nicht entziehen.

Die gut 280.000 Photovoltaik-Anlagen in NRW produzierten dagegen „nur“ eine Strommenge von 4,8 Terawattstunden – weniger als die Hälfte des Stroms aus Windkraft. Doch war der Zubau im Solarbereich mit einem Plus von etwa 470 Megawatt deutlich größer.

Trotzdem wird das Potenzial der Sonnenenergie nach Einschätzung des Lanuv in NRW noch nicht annähernd ausgenutzt. Auf den rund elf Millionen Dächern im bevölkerungsreichsten Bundesland könnten nach Berechnungen der Behörde bei vollständiger Nutzung mit Photovoltaik-Anlagen bis zu 68 Terawattstunden Sonnenstrom erzeugt werden. Das entspräche fast der Hälfte des Stromverbrauchs von ganz NRW. Bisher werde aber nur rund 3 Prozent dieses Potenzials genutzt, klagte das Lanuv.

Knapp 1700 Bioenergie-Anlagen produzierten außerdem rund 5,8 Terawattstunden Strom aus Biomasse, Klärgas und Deponiegas. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft und aus Grubengas spielt dagegen weiterhin keine große Rolle in NRW.

Nordrhein-Westfalen ist innerhalb Deutschlands die Energieregion Nummer eins. Hier werden 30 Prozent des bundesweit benötigten Stroms produziert und rund 40 Prozent des deutschen Industriestroms verbraucht. Energiequellen sind vor allem Kohle und Gas – die Erneuerbaren Energien spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle.

(jas/dpa)