Doel/Antwerpen: Ermittlungen wegen Sabotage: Belgischer Reaktor vorerst außer Betrieb

Doel/Antwerpen: Ermittlungen wegen Sabotage: Belgischer Reaktor vorerst außer Betrieb

In der vergangenen Woche gab der belgische Stromkonzern Electrabel bekannt, dass der Reaktorblock 4 des belgischen Kernkraftwerks Doel offenbar sabotiert wurde. Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag berichtete, bleibt der Reaktorblock bis zum Jahresende außer Betrieb.

Damit bestätigte die Nachrichtenagentur eine Meldung des flämischen Rundfunks VRT vom Mittwoch.

Gestört ist eine Dampfturbine im nicht-nuklearen Teil der Anlage. Eine oder mehrere Personen hätten rund 65.000 Liter Öl der Turbine auslaufen lassen, so dass die Turbine sich überhitzt habe und automatisch stehen geblieben sei, berichtete Belga unter Berufung auf den Betreiberkonzern Electrabel. Wir haben keine vollständige Sicht auf die zu reparierenden Schäden und die Kosten“, bestätigte die Unternehmenssprecherin Gita Keyaert. Demnach müssen jetzt Experten die Turbine auf weitere Schäden prüfen. Zuerst wurde angekündigt, dass der Reaktor am 15. September wieder ans Netz gehe.

Weil der Tank nur manuell entleert werden kann, vermuten sowohl die Atomaufsichtsbehörde FANC, als auch Electrabel, dass es sich um Sabotage handelt. Die Staatsanwaltschaft Dendermonde leitete bereits Ermittlungen ein. Zurzeit werden die Mitarbeiter, rund 1.500 davon mit Zugang zu der beschädigten Turbine, durch die Polizei verhört, berichtete der VRT.

Der benachbarte Reaktorblock 3 liegt bereits seit März dieses Jahres still, nachdem Prüfer Risse im Druckbehälter feststellten.Das Kernkraftwerk in der Nähe der belgischen Großstadt Antwerpen ist seit Jahren wegen seines technischen Zustands in der Kritik.

(cheb)
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