Ermittlungen laufen: Hochzeitskorso blockiert Autobahn 4 bei Elsdorf

Drei Vorfälle auf NRW-Autobahnen : Hochzeitskorso blockiert A4 zwischen Düren und Köln

Eskalierende Hochzeitsfeiern und kein Ende: Am Wochenende ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen zu 27 Einsätzen gerufen worden – auch auf die A4 zwischen Düren und Köln.

Insgesamt kam es in NRW drei Mal kam es zu „Hochzeits-Blockaden“ auf Autobahnen: einmal auf der A4 in der Nähe des Kerpener Kreuzes, einmal auf der A2 bei Kamen und einmal auf der A52 bei Marl. Im letzteren Fall ermittelten die Beamten sogar an zwei Festsälen.

Der Vorfall auf der A4 ereignete sich am Sonntag gegen 16.15 Uhr. Ein Autofahrer meldete zwischen Düren und Köln den von einer weißen Limousine angeführten Autokorso einer türkischen Hochzeitsgesellschaft. „Die Fahrer fuhren mit eingeschaltetem Warnblinklicht sehr langsam nebeneinander her und verursachten einen Stau“, heißt es im Bericht der Autobahnpolizei Köln.

Autobahnpolizisten stoppten die Kolonne und lotsten die Fahrzeuge mit Hilfe weiterer Streifenteams bei Elsdorf von der Autobahn. Dort setzten die Beamten eine Kontrolle von Fahrern und Fahrzeugen an.

Gegen zwölf Männer im Alter zwischen 22 und 54 Jahren wurden Strafverfahren eingeleitet wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

„Geistig umnachtete Aktion“

Kurz zuvor, gegen 15 Uhr, hatten Zeugen auch auf der A2 bei Kamen laut Polizei „knapp ein Dutzend hochwertige Fahrzeuge“ gemeldet, die alle drei Spuren Richtung Hannover blockierten. „Die Fahrer überholten zum Teil rechts unbeteiligte Fahrzeuge und bremsten diese aus. Diese geistig umnachtete Aktion dauerte laut Zeugenaussagen mehrere Minuten, bevor der Konvoi dann an der Anschlussstelle Hamm die Autobahn verließ“, so die Polizei. Beamte hätten die Fahrzeuge danach in Hamm stoppen können. „Alle Beteiligten verhielten sich kooperativ“, teilte die Polizei mit. Es seien Anzeigen geschrieben worden.

Zeugen meldeten auf der A52 bei Marl am Sonntag gegen 15.45 Uhr noch eine weitere Blockade, für die zehn bis zwölf Fahrzeuge den Verkehr ausbremsten. Als die Polizei eintraf, war der Korso schon weg. Aber – so ein Sprecher der Polizei Münster – die Beamten fuhren noch zwei Festsäle in Marl an, wo gerade Hochzeiten stattfanden. Dort habe man nach den Verursachern der Blockade gesucht. „Die Ermittlungen dauern aber noch an“, so der Sprecher.

Schüsse in die Luft

Neben Autobahn-Blockaden kam es erneut zu innerstädtischen Einsätzen. In Krefeld stoppte die Polizei nach eigenen Angaben am Samstag den Autokorso einer Hochzeitsgesellschaft, „nachdem während der Fahrt mit einer Schreckschusspistole in die Luft geschossen wurde.“ Bei der Kontrolle der zehn Autos habe man zwei Schreckschusspistolen gefunden.

Ebenfalls von Schüssen begleitet wurde ein Korso aus 15 Fahrzeugen am Samstag in Lage bei Bielefeld. Dort fand die Polizei zwei Schreckschusswaffen und einen Schlagstock. „Strafanzeigen wegen Verstoß gegen das Waffengesetz wurden gefertigt“, so die Beamten. Die Hochzeitsgäste seien nach der Kontrolle friedlich zur eigentlichen Feier in den Kreis Gütersloh weiter gefahren: „Die Polizei Gütersloh sprach vor Ort mit dem Brautpaar, das sich kooperativ und einsichtig zeigte.“

„Verkehrsbehinderung größeren Ausmaßes“

In Gelsenkirchen wurde der Polizei am Samstagnachmittag eine „Verkehrsbehinderung größeren Ausmaßes auf der Vereinsstraße“ gemeldet, auch Böller würden gezündet. „Die eingesetzten Polizeibeamten trafen am Einsatzort auf die Teilnehmer einer türkischen Hochzeitsgesellschaft“, notierte die Polizei und berichtete das Vorgehen der Beamten: „Sie leiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und sprachen mit den Verantwortlichen. Anschließend verließen die Personen mit ihren Fahrzeugen die Örtlichkeit.“

Autokorsos vor allem türkischer Hochzeitsgesellschaften sorgen seit Wochen für Aufsehen in NRW. Nach einer Blockade der A3 bei Ratingen hatte die Polizei Düsseldorf sogar eine eigene Ermittlungskommission gegründet. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte vor zwei Wochen gesagt: „Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle.“ Er kündigte ein konsequentes Vorgehen der Polizei an.

(dpa)
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