RWTH und FH: Gemeinsamer Studiengang: Erkundungszeit für E-Techniker

RWTH und FH: Gemeinsamer Studiengang : Erkundungszeit für E-Techniker

Die RWTH Aachen und die FH Aachen gehen neue Wege, ungewöhnliche Wege. Ab dem Sommersemester 2019 bieten beide Hochschulen erstmals einen gemeinsamen Studiengang im Fach Elektrotechnik an. Ihre Rektoren Ulrich Rüdiger (RWTH) und Marcus Baumann (FH) unterschrieben gestern einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

Es war der Startschuss für ein auch bundesweit bisher einmaliges Projekt.

Ein Semester lang Orientierung

Konkret geht es um den Studiengang „Elektrotechnik mit Orientierungssemester“. Er dauert sieben Semester. Seine Besonderheit: Im ersten Semester studieren die Interessenten sowohl an der RWTH als auch an der FH. „So erhalten sie einen realistischen Überblick über die jeweiligen Studiengänge und lernen die beiden Hochschultypen kennen“, sagt Baumann. Nach dieser Orientierungsphase sollen sich die Studierenden dann einfacher entscheiden können. Baumann ist überzeugt: „Wer eine berufliche Karriere einschlagen möchte, wird sich für die FH entscheiden. Wer die Wissenschaft im Kopf hat, ist an der RWTH besser aufgehoben.“

Auch Rüdiger ist sich sicher, dass Studierende durch die Kooperation der beiden Hochschulen passgenauer den für sie besten Studienweg finden werden. Zumal ihnen im ersten Semester eine ganze Reihe von Einführungsveranstaltungen angeboten würden. „So wird die Wahrscheinlichkeit für einen Studienabbruch oder einen Hochschulwechsel verringert“, sagt Josef Rosenkranz, Prorektor der FH für Studium und Lehre.

Bei seiner Hochschule liegt auch die Federführung des Projekts. Der Grund: Sowohl Bewerberinnen und Bewerber mit der Allgemeinen Hochschulreife, als auch Schulabgänger mit Fachhochschulreife sollen sich für den neuen Studiengang einschreiben können.

Kooperieren statt konkurrieren

Beide Hochschule haben das „Studium mit Erkundungszeit“ in vierjähriger Zusammenarbeit gemeinsam entwickelt. Dabei sei das gegenseitige Vertrauen deutlich gewachsen. Dies sei umso bemerkenswerter, weil beide angesichts ihrer technikorientierten Studienschwerpunkte eigentlich um einen ähnlichen Kreis von Studienanfängern werben würden. „Wir kooperieren statt zu konkurrieren“, betont Rüdiger. „Damit haben wir in der deutschen Hochschullandschaft für großes Aufsehen gesorgt“, freut sich auch Baumann. Beide kündigten an, die Zusammenarbeit der beiden Studieneinrichtungen in den kommenden Jahren ausbauen zu wollen.

((jozi))