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Eltern in NRW wird häufiger das Sorgerecht entzogen

In Aachen und Düren sinkende Zahlen : Eltern in NRW wird häufiger das Sorgerecht entzogen

Eltern in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr häufiger das Sorgerecht ganz oder teilweise entzogen worden. Die Zahl dieser Maßnahmen der Justiz sei um 5,6 Prozent auf 4570 Fälle gestiegen. In der Region sieht dies teilweise anders aus.

Das berichtete das Statistische Landesamt am Dienstag in Düsseldorf. Ein Jahr zuvor waren es noch 4330 Fälle. Die Einschränkung oder der Entzug des elterlichen Sorgerechts erfolgt, wenn eine Gefahr für das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder eine Gefahr für sein Vermögen besteht.

Entgegen des NRW-Trends sinken die Zahlen der Sorgerechtsentziehungen in der Städteregion Aachen und dem Kreis Düren. In der Städteregion ist die Zahl von 140 Fällen seit fünf Jahren rückläufig. Im Kreis Düren musste das Familiengericht im Jahr 2018 118 Mal eingreifen. Im Jahr 2017 waren es noch 120 Mal und 2016 waren es 124 Fälle.

Nur der Kreis Heinsberg verzeichnet steigende Zahlen von Sorgerechtsfällen. Waren es 2016 noch 120 Fälle und 2017 noch 122 Fälle, waren es im vergangenen Jahr 140 Sorgerechtsentziehungen. Im deutlich kleineren Kreis Heinsberg wurde also genau so oft das Sorgerecht entzogen wie in der Städteregion Aachen.

Dieser Unterschied zeigt sich auch in den relativen Zahlen. So mussten im Kreis Heinsberg 5,5 Fälle je 10.000 Einwohner verzeichnet werden und ist damit Spitzenreiter in der Region. Im Kreis Düren waren es 4,4 Fälle je 10.000 Einwohner und in der Städteregion Aachen sogar nur 2,5 Sorgerechtsentziehungen.

(jas/dpa)