Aachen: Eleganz und Anmut im Wildgehege: Neue Geparden im Tierpark

Aachen: Eleganz und Anmut im Wildgehege: Neue Geparden im Tierpark

Gestatten: „Fritzi” und „Hannibal”. Die beiden Geparden sind die neuen Stars im Aachener Tierpark an der Oberen Drimbornstraße und scheinen den großen Rummel zu genießen, denn vor den vielen Zuschauern setzen sie sich gekonnt in Szene. Gerade erst durften die beiden ein Jahr alten Raubkatzen ihr rund 2500 Quadratmeter großes Gehege direkt neben den Pinselohrschweinen beziehen.

„Ich wollte schon seit ewigen Zeiten Geparden”, freut sich Wolfram Graf-Rudolf vom Vorstand des Aachener Tierparks. Durch den Abriss des Vogelhauses sei jetzt ein ausreichend großes Gelände freigeworden, um ein passendes Gehege zu bauen. „Wir haben das seit vier Jahren geplant und anderthalb Jahre für die Umsetzung gebraucht”, berichtet er. Bis jetzt habe er noch keine vergleichbare Anlage für Geparden kennengelernt, fügt Graf-Rudolf hinzu.

Die Patenschaften für die Tiere haben die Firma Wotax sowie Reiner Plaßhenrich stellvertretend für den Verein ?„Jugend im Kampf gegen Gewalt” übernommen.

Da die beiden Katzen echte Feinschmecker sind, fressen sie nur Delikatessen wie etwa bestes Rindfleisch, Hühnchen und Kaninchen. Deswegen ist ihre Haltung auch ganz schön kostspielig: Mit rund 1600 Euro müssen die Paten im Jahr rechnen.

„Wolfram Graf-Rudolf ist sehr aktiv im sozialen Bereich, und wir wollen ihn dabei unterstützen”, lobt Reiner Plaßhenrich. Der ehemalige Alemannia-Spieler ist Schirmherr der Initiative „Jugend im Kampf gegen Gewalt”. „Unser Ziel ist es, die Kinder von der Straße zu holen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Sport zu betreiben”, erklärt er. Beim Besuch von Fritzi und Hannibal sollen sich die Kinder der Verantwortung für ein Tier bewusst werden. „Es soll ein gemeinsames Projekt mit dem Tierpark sein”, sagt Vereinsvorsitzender Fritz Kuckartz.

Fritzi wird von Wotax Aachen unterstützt. Auch Stephan Wollgarten, Verantwortlicher für das Sponsoring bei Wotax, lobt Graf-Rudolfs soziales Engagement. „Wir hoffen, dass diese seltene Attraktion dem Tierpark als Besuchermagnet weiterhilft”, sagt er.

Die Jungspunde wurden für den Euregiozoo ausgewählt, da Brüderpaare oft ein Leben lang zusammenblieben und sich auch die Weibchen teilen. „Das erhöht den Zuchterfolg”, meint Graf-Rudolf. Denn die einst über fast ganz Afrika, Vorderasien, Zentralasien und Teile der indischen Halbinsel verbreitete Katzenart ist heute vom Aussterben bedroht. Mit Zucht in Zoos versucht man, sie zu erhalten.

Einen weiten Weg nach Aachen hatten Fritzi und Hannibal allerdings nicht. Denn ihre Züchter, das Ehepaar Heike und Thomas Staas, sind in Effeld bei Heinsberg ansässig. Die Privatzüchter genießen ein internationales Ansehen, haben sie doch schon Tiere nach England und Tschechien sowie in den Safaripark Stukenbrock vermittelt. Thomas Staas ist zudem engagiert beim „Europäischen Erhaltungszuchtprogramm”, das den Schwerpunkt auf die Arterhaltung setzt.

„Die Anlage ist ein Traum”, sagt er, „am wichtigsten ist, dass sie auf den Hügeln hoch liegen und von dort aus beobachten können”. Weil Thomas Staas und seine Frau sehen, in welch einem tollen Gehege die beiden nun leben, fällt ihnen der Abschied nicht ganz so schwer. „Ihre Mutter war ganz zahm, wie ein Haushund. Sie hat die Tiere bei uns geboren”, so Staas.

Die enge Bindung zwischen Zieheltern und Katzen wird klar, als Heike Staas sie ruft. Aufmerksam blicken Fritzi und Hannibal dann in die Richtung ihrer Ersatzmutter. Ein Abschied endgültiger ist es nicht, denn die Tiere bleiben im Besitz des Ehepaares.