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Insektenbekämpfung an den Autobahnen: Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner im Rheinland

Insektenbekämpfung an den Autobahnen : Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner im Rheinland

Die Nachtfalter sind dieses Jahr früher aktiv als sonst. Es kann zu Verkehrsbehinderungen durch den Biozideinsatz kommen – eine natürliche Alternative wird bereits getestet.

In der kommenden Woche startet die Autobahn GmbH Rheinland mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Punktuell könne es zu kürzeren Verkehrseinschränkungen und Sperrungen von Parkplätzen kommen. Mit einer größeren Beeinträchtigung auf den Verkehrsfluss sei laut Autobahn GmbH nicht zu rechnen.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners krabbeln aufgrund des milden Winters bereits jetzt durch die Eichen des Rheinlands. Die Brennhaare der Raupen, die ab dem dritten Larvenstadium ausgebildet werden, können bei Menschen schwere allergische Reaktionen der Haut und Atemwege auslösen. Um dies zu verhindern, wird mit Hochdruckspritzen ein Biozid auf die frischen Triebe der Eichen aufgebracht.

Insbesondere sollen Parkplatznutzende, die sich neben befallenen Bäumen aufhalten und so die Brennhaare einatmen oder Hautkontakt haben könnten, sowie Beschäftigte der Straßenwartung geschützt werden. Aus diesem Grund erfolgt die Bekämpfung auch an Stellen, an denen der Autobahnverkehr ansonsten nur vorbeirollt.

Gearbeitet wird mit Hochdruckspritzen, die eine Reichweite von mehr als 20 Meter aufweisen. Die Raupe frisst die besprühten Blätter, und erst im Darm der Raupe entfaltet der für Menschen und Tiere ungefährliche Stoff seine Wirkung. Daraufhin sterben die Raupen ab, bevor sie die für Menschen gefährlichen Brennhaare ausbilden können. Den Ausgangsstoff für das Biozid liefert das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Die befallenen Bäume werden im Vorfeld kartiert, sodass gezielt gegen den Eichenprozessionsspinner vorgegangen werden kann. Die Arbeiten sollen vor allem im Mai und Juni stattfinden.

Zusätzlich zum Einsatz von Insektiziden haben die Autobahnmeistereien im Rheinland ein Pilotprojekt zur natürlichen Beseitigung der Schädlinge gestartet. An ausgewählten Park- und Rastplätzen wurden Nistkästen für Meisen aufgehängt. Blau- und Kohlmeisen fressen die jungen Raupen des Eichenprozessionsspinners, solange diese noch keine Brennhaare haben.

Neuste Studien aus den Niederlanden zeigen, dass Kohlmeisen auch Raupen mit Brennhaaren verspeisen. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Nistkästen ausgeweitet werden, um so langfristig den Einsatz von Insektiziden verringern zu können.

(red)