Aachen: Eine Woche voller Energie in Aachen

Aachen: Eine Woche voller Energie in Aachen

Was ist eigentlich Gravitation? Warum rollt eine Kugel abwärts? Wie entstehen Wellen? Was macht Menschen stark? Einfache Fragen, schwierige Fragen, die alle mit einem Phänomen zu tun haben: Energie. In der kommenden Woche kann man viel Energie einsetzen, um einiges über diese nicht nur naturwissenschaftliche Größe zu erfahren.

Im „Treffpunkt Wissenschaft Aachen”, vom 11. bis zum 16. Mai, unter dem Thema „Genug Lebens-Energie für alle?”

Aachen ist eine von zehn deutschen Städten - und die einzige in Nordrhein-Westfalen - die im „Wissenschaftsjahr 2009” eine solche Veranstaltungsreihe ausrichtet.

In anderen Städten geht es, zu anderen Zeitpunkten, um Themen wie „Sprache” (Göttingen), „Geschichte” (Mainz) oder „Medizin” (Heidelberg).

In den letzten drei Tagen des Energie-Programms, vom 14. bis 16. Mai, macht zudem noch der Sonderzug „Expedition Zukunft” im Hauptbahnhof halt. Die rollende Ausstellung verspricht in zwölf Waggons „Wissenschaft und Technik zum Anfassen” und ist ebenfalls Teil des Wissenschaftsjahrs, das „Forschungsexpedition Deutschland” heißt.

Selbst probieren

Zu den zehn Einzelveranstaltungen bildet ab Montag eine Ausstellung den Rahmen der Aachener Energiewoche, an der sich alle hiesigen Hochschulen, die Stadt, die Sparkasse, die Stawag sowie das Forschungszentrum Jülich beteiligen.

Dieses „Energie-Labor” im Super C verspricht „die Entdeckung ungewöhnlicher Phänomene”. Bürgerinnen und Bürger, nicht zuletzt aber Schulklassen, sind eingeladen, mit oder ohne Führung, „selbst auszuprobieren, wie sich Kraft und Energie auswirken”.

Die Themen der über die Woche verteilten Vorträge sind zum Teil recht speziell und offenbar für eine technisch sehr interessierte Zuhörerschaft gedacht. Bei Titeln wie „Gasseparationsmembranen für emissionsfreie Kraftwerke” (13. Mai) fragt man sich schon, welches Publikum die Veranstalter da im Auge haben. Auch bei den „Mikroplasma-Projekten an der FH Aachen” (11. Mai) muss man wohl ein gewisses Interesse an hochfrequentigen Zündkerzen für Autos voraussetzen.

Die titelgebende Frage der Woche „Genug Lebensenergie für alle?” will am Eröffnungstag eine Debatte unter Experten der RWTH beantworten. Da geht es immerhin nicht nur um die technischen sondern auch um die ethischen Aspekte der Nachhaltigkeit von Energieversorgung.

Auf eine Reise durch den Kosmos, durch schwarze Löcher bis ins Zentrum der Sonne führt der Vortrag eines FH-Astrophysikers, während ein RWTH-Verfahrenstechniker die Frage beantwortet, woher all die Rohstoffe zur Herstellung von Kunststoffen, Treibstoffen und Medikamenten eigentlich kommen.

Schreiben und Kunst

Wie das Treibhausgas CO2 abgeschieden und gespeichert werden könnte, kann man sich im Institut der Chemischen Verfahrenstechnik der RWTH erläutern lassen, während die Mechanischen Verfahrenstechniker in ihrem Beitrag zur künftigen Lösung von Energieproblemen erklären, wie Wasserstoff aus Biomasse hergestellt werden könnte.

Was passiert, wenn ein Material bei tiefen Temperaturen seinen elektrischen Widerstand verliert, die Supraleitung also, wird vom Schülerlabor „Julab” des Forschungszentrums Jülich vorgeführt, und zwar an schwebenden Modelleisenbahnen - was eine gewisse Anschaulichkeit verspricht.

Auch die Katholische Fachhochschule NRW (KatHO) steuert in ihren Räumen an der Robert Schumann Straße eher animierende Aspekte bei: Nach einem Referat unter dem Titel „Menschen stark machen” geht es in drei Mitmach-Workshops um Kreatives Schreiben, um Kunst und um Bewegung in der Suchthilfe.

Film „Unsere Erde”

Mit von der Partie sind auch die Aachener Stadtwerke (Stawag), deren Vorstandsmitglied Peter Asmuth sich über das Thema „Mobil mit erneuerbarer Energie” verbreiten und „Elektrofahrzeuge als wichtigen Beitrag zur CO2-Reduktion vorstellen wird.

Energetisch entspannen und emotional aufladen darf man sich zum Ende der Woche schließlich bei einer „faszinierenden Naturdokumentation über die atemberaubenden Schönheit unserer Erde”. Der Film „Unsere Erde” ist in 26 Ländern gedreht worden.

Das Wissenschaftsjahr, das den Obertitel „Forschungsexpedition Deutschland” hat, soll nun an nur noch fachübergreifende Themen haben. Bisher war es je einer Disziplin gewidmet, im vergangenen Jahr etwa der Mathematik.

Träger sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wissenschaft im Dialog, die Robert Bosch Stiftung, der Stifterverband und die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Das Programm: Viel Technik, Mitmach-Aktionen und Zukunftsvisionen

Eröffnet wird der „Treffpunkt Wissenschaft Aachen” am Montag, 11. Mai, 10 Uhr im Super C der RWTH Aachen, Templergraben. Dort findet auch bis 22. Mai die Ausstellung „Das Energie-Labor” statt, täglich 10 - 18 Uhr, freier Eintritt.

Montag, 11. Mai: 17,30 Uhr, Haus Löwenstein, Vortrag „Mikroplasma-Projekte an der FH Aachen.

19.30 Uhr, Hauptgebäude RWTH, Templergraben, Hörsaal III, Expertendebatte „Genug Lebensenergie für alle?”

Dienstag, 12. Mai: 18 Uhr, Ratssaal, Vortrag, „Schwerkraft”.

20 Uhr, Hauptgebäude RWTH, Hörsaal IV, Vortrag, „Kohle, Öl, Erdgas und dann?”

Mittwoch, 13. Mai: 16 Uhr, Institut Chemische Verfahrenstechnik, Turmstraße 46, Vorträge, „CO2-Abscheidung”, „Wasserstoffproduktion aus Biomasse”, anschließend Besichtigung der Versuchshallen.

19.30 Uhr, Kàrmàn-Auditorium, Fo3, Vortrag, „Gasseparationsmembranen für emissionsfreie fossile Kraftwerke”.

Donnerstag, 14. Mai: 10 bis 19 Uhr (auch Freitag), Super C, Schülerlabor Forschungszentrum Jülich, „Supraleitung - Wenn Züge schweben...”

18 - 20 Uhr, Referat und Workshops, Katholische Hochschule, Robert Schumann Straße, „Menschen stark machen”. Workshops: Kreatives Schreiben, Kunstwerkstatt, Sucht und Bewegung.

19.30 Uhr, Kàrmàn, Fo8, Vortrag, „Mobil mit erneuerbarer Energie”.

20 Uhr, Haus Löwenstein, Vortrag, „Mit neuen Werkstoffen, Beschichtungen und Gasmembranen zu effizienter CO2-freier Stromversorgung”.

Freitag, 15. Mai: 20 Uhr, Kàrmàn Fo1, Film, „Unsere Erde”.

Der Wissenschaftszug „Expedition Zukunft”, den wir noch ausführlich vorstellen, hält am 14., 15. (jeweils 9 - 18 Uhr) und 16. Mai (10 - 19 Uhr) im Hauptbahnhof Aachen.