Düren: Ein Toter, eine Schwerverletzte: Blutiges Beziehungsdrama in Düren

Düren : Ein Toter, eine Schwerverletzte: Blutiges Beziehungsdrama in Düren

Ausnahmezustand in Düren: Ein 27 Jahre alter Mann hat am Dienstagnachmittag mitten in der Innenstadt in einem Friseurgeschäft am zentralen Wirteltorplatz auf seine gleichaltrige Ehefrau geschossen und sie schwer verletzt. Anschließend soll sich der Mann nach ersten Erkenntnissen der Polizei selbst getötet haben.

Er soll auf jeden Fall nicht von Kugeln aus den Waffen des hinzugezogenen Spezialeinsatzkommandos getroffen worden sein.

Die Polizei hatte den Wirteltorplatz am Dienstagnachmittag komplett weiträumig abgeriegelt. Mittlerweile befindet sich die schwer verletzte 27-jährige Frau außer Lebensgefahr. Foto: Patrick Hellmich

Zeugen hatten die Polizei gegen 14.45 Uhr über Schüsse in dem Friseurgeschäft informiert. Das löste einen Großeinsatz aus. Weite Teile der Innenstadt wurden großräumig abgesperrt, das Gebäude wurde geräumt. Wie eine Sprecherin der Polizei am Nachmittag erklärte, haben die Sondereinsatzkräfte die beiden Schwerverletzten am Tatort vorgefunden.

Die Polizei hatte den Wirteltorplatz komplett weiträumig abgeriegelt. Foto: Patrick Hellmich

Während die Frau am Abend noch intensiv-medizinisch in einem Krankenhaus versorgt wurde, verstarb der 27-Jährige noch am Tatort. Zur Schwere der Verletzungen der Ehefrau machte die Polizei keine Angaben.

Tathergang noch unklar

Zum Tatablauf lagen am Dienstagabend nur vage Erkenntnisse vor. Pressesprecher Werner Schneider: „Es gibt noch kein klares Bild vom Ablauf des Geschehens.“ Kurz vor 15 Uhr soll der Mann den Friseursalon, in dem seine Frau angestellt war, gestürmt und dort um sich geschossen haben. Mehrere Kunden und die übrigen Angestellten seien daraufhin auf die Straße geflüchtet.

Begleitet von zahlreichen Schaulustigen räumte die Polizei nach und nach alle Geschäfte rund um das Geschehen, inklusive zweier großer Kaufhäuser, einer Bank und eines benachbarten Cafés, in dem zur Tatzeit zahlreiche Gäste Kaffee und Kuchen genossen haben. Während alles auf das angeforderte SEK wartete, nahmen Beamte mit schusssicheren Westen, Pistolen und zum Teil Maschinenpistolen im Anschlag die Eingangstür des Friseursalons ins Visier.

Was in dem Geschäft genau passiert ist, war am Dienstag noch relativ unklar und wird Gegenstand der weiteren Ermittlungen sein. Die Einsatzkräfte der Polizei sollen nicht selbst in das Geschehen eingegriffen haben. Werner Schneider erklärte für die Polizei: „Ich gehe davon aus, dass von uns keine Schüsse abgegeben wurden.“ Ein Kontakt zwischen der Polizei und dem 27-Jährigen hat zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Am Tatort waren noch am Abend Einsatzkräfte mit der Spurensicherung beschäftigt. Parallel wurde von der Polizei in Aachen eine Mordkommission gebildet. Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts sprach auf Nachfrage dieser Zeitung von einer Beziehungstat: „Es gibt eine offenbar eskalierte Trennungsgeschichte.“ Dabei könnte es auch um das Kind des Ehepaares gegangen sein. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft war das Kind im Vorschulalter nicht Zeuge des Geschehens. Es ist bei den Großeltern untergebracht.