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Umfrage: Ein Großteil des Gastgewerbes in NRW kämpft ums Überleben

Umfrage : Ein Großteil des Gastgewerbes in NRW kämpft ums Überleben

Fast zwei Drittel der Gastronomen und Hoteliers in Nordrhein-Westfalen kämpfen nach einer aktuellen Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga ums Überleben.

Die Coronavirus-Krise führte der am Dienstag in Düsseldorf veröffentlichten Umfrage zufolge im Gastgewerbe des bevölkerungsreichsten Bundeslandes seit dem 1. März zu Umsatzeinbußen von durchschnittlich 62 Prozent. Auch im Juli hätten die Umsätze der Branche trotz der Lockerungen noch um fast 50 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, berichtete die Dehoga.

„Das Bedrohungsszenario für unsere Betriebe ist real: Der Geschäftsreiseverkehr kommt nicht in die Gänge, Großveranstaltungen wie Messen, Sportveranstaltungen oder Konzerte finden weiterhin nicht oder nur sehr eingeschränkt statt, Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen“, klagte der Präsident der Dehoga NRW, Bernd Niemeier. Außerdem führe die Pandemie zu vermindertem Platzangebot und erhöhten Kosten. Viele Gäste seien immer noch verunsichert.

Auch für die nächsten Monate sind Gastronomen und Hoteliers in NRW pessimistisch. Sie erwarten in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von 54 Prozent. „Solange der Geschäftsreiseverkehr, der für uns als starkem Wirtschaftsstandort elementar ist, nicht anspringt, bleibt die Situation sehr angespannt“, sagte Niemeier. Die Buchungsrückgänge für August bis Oktober lägen wegen der ausfallenden Messen jenseits der 50 Prozent, was Hotellerie, Gastronomie und Caterer gleichermaßen hart treffe.

Mit Sorge schaut die Gastronomie auch auf den kommenden Herbst und Winter. Viele Gäste hätten in den vergangenen Wochen gerne Angebote mit Außengastronomie genutzt. „Wir hoffen, dass die Skepsis gegenüber innengastronomischen Angeboten abnimmt, wenn das Wetter schlechter wird“, sagte Niemeier. Ebenfalls schwer einzuschätzen bleibe das Weihnachtsgeschäft oder die Auswirkungen des Virus auf die fünfte Jahreszeit.

(dpa)