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Mülheim/Ruhr: Ein Brand und die Folgen: Bahn rechnet mit Problemen bis März 2016

Mülheim/Ruhr : Ein Brand und die Folgen: Bahn rechnet mit Problemen bis März 2016

Die Folgen des Stellwerkbrandes in Mülheim an der Ruhr werden den Zugverkehr im Ruhrgebiet noch monatelang beschäftigen. Nach dem Feuer Anfang Oktober erwartet die Bahn Probleme für die Reisenden bis zum kommenden März. Die Flammen hätten den Kern des Stellwerks völlig zerstört. Es werde Monate dauern, bis die Technik wieder vollständig in Betrieb genommen werden könne, sagte Erwin Schick von DB Netz am Donnerstag.

„Die Deutsche Bahn hat mehrere Varianten geprüft und sich schließlich aus Zeitgründen für einen Wiederaufbau entschieden”, hieß es. Der Brand war am 4. Oktober durch einen technischen Defekt ausgelöst worden. Seitdem war der Bahnverkehr im Ruhrgebiet massiv beeinträchtigt. Störungen gibt es weiterhin.

Der Fahrplan solle täglich stabiler werden, weiterhin aber eingeschränkt bleiben. So fährt die Linie S 1 von Samstag (17. Oktober) an wieder planmäßig von Solingen bis Dortmund im 30-Minuten-Takt. Auch die Regionalzüge RE 1 (Aachen-Hamm) und RE 11 (Mönchengladbach-Hamm) pendeln dann wie gewohnt. Die Linie RE 2 fährt ab Gelsenkirchen über Essen-Altenessen nach Duisburg, ohne in Mülheim zu halten. Auch auf der Strecke des RE 6 von Duisburg nach Dortmund werden Mülheim, Essen, Wattenscheid und Bochum nicht angefahren. Für die Linie S 3 ist zwischen Essen Hbf und Oberhausen Hbf ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Auch der Fernverkehr ist weiterhin beeinträchtigt. Alle ICE und IC Linien, die den Streckenabschnitt normalerweise befahren, werden über Gelsenkirchen und Wuppertal umgeleitet. Nur der ICE 10 (Köln-Berlin) fährt den gewohnten Weg, hält in Essen und Bochum.

„Unser Ziel ist eine tägliche Verbesserung”, sagte Michel Häßler, der Leiter Vertrieb und Fahrplan der DB Netz im Regionalbereich West. Noch fahren die Züge in dem betroffenen Streckenabschnitt nicht schneller als 50 Stundenkilometer, weil mehr als 25 Weichen von Hand geregelt werden müssen. Kurzfristig sollen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, die erlauben, dass der Verkehr wieder flüssiger läuft. Zur entstandenen Schadenssumme machte Reiner Latsch, der Konzernbevollmächtigte der DB in NRW, nur vage Angaben. Er schätzte eine Summe in „mittlerer einstelliger Millionenhöhe”.

Die Bahn empfiehlt ihren Kunden, sich vor Fahrantritt online oder telefonisch über die aktuelle Lage zu informieren. „Wir bemühen uns, möglichst viele und genaue Infos zu geben”, sagte Häßler.

(dpa)