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Stillgelegte Bahnstrecken: Ein „Brain-Train“ zwischen Aachen und Jülich?

Stillgelegte Bahnstrecken : Ein „Brain-Train“ zwischen Aachen und Jülich?

Was lässt sich gegen die Überlastung des Schienennetzes tun? Nach Einschätzung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bietet sich an stillgelegte Strecken wiederzubeleben. Dafür gibt es auch in unserer Region viele Beispiele.

Nahezu überall in der Bundesrepublik gebe es Möglichkeiten für die Wiederinbetriebnahme von alten Strecken, erklärte der Verband am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Allianz pro Schiene in Berlin. Demnach besteht dieses Potenzial auf 186 Strecken mit einer Länge von insgesamt 3072 Kilometern. Viele der zur Wiederinbetriebnahme empfohlenen Strecken sind kleine Verbindungsstücke, die eine Lücke in einer langen Regionalstrecke schließen würden.

Der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (Grüne) hält die Initiative für „überfällig“. „Dass wir leistungsfähige und verlässliche Alternativen zum Auto brauchen, merkt jeder spätestens im täglichen Stau. In unserer Region erlebt die Schiene seit Jahren eine Comeback mit der Euregio- und der Rurtalbahn. Das muss weitergehen“, sagte Krischer.

RB28 zwischen Düren und Euskirchen

Er nannte als Beispiel die Reaktivierung der Bördebahn zwischen den Kreisstädten Düren und Euskirchen, die in vollem Gange ist – bald kann die RB28 dort fahren. Ein weiterer entscheidender Schritt sei die Anbindung der Rurtalbahn im Norden durch den Lückenschluss zwischen Linnich und Baal. Das Vorhaben wertet Krischer als wichtig für den Strukturwandel.

Von der RWTH zum Forschungszentrum Jülich

Der Grüne fordert gegenüber unserer Zeitung zudem eine Verbindung zwischen Aachen und Jülich als „Brain-Train“ von der RWTH zum Forschungszentrum. „Der Ausbau der Euregiobahn mit mehreren Projekten ist die konsequente Fortsetzung der Wiedererschließung der Städteregion Aachen durch die Schiene.“ Krischer wirft zudem die Frage auf, wie die Kohlebahnen von RWE nach dem Kohleausstieg sinnvoll in das Schienenverkehrsnetz integriert werden könnten.

Das Bundesverkehrsministerium teilte in Bezug auf die Initiative am Montag mit, dass Strecken immer nur dann stillgelegt worden seien, wenn es keine Nachfrage mehr gegeben habe.

(dpa/mgu)