„Fridays for Future“: Ein Abstecher für Obama?

„Fridays for Future“ : Ein Abstecher für Obama?

Rein theoretisch könnte die globale Klimaschutzbewegung „Fridays for future“ äußerst prominente Unterstützung bekommen - falls der in Köln weilende Ex-US-Präsident Obama Lust auf einen Abstecher hat.

Auch an diesem Freitag wollen sich wieder Tausende Klimaschutz-Aktivisten in Nordrhein-Westfalen an den Schüler-Demonstrationen „Fridays for future“ beteiligen. In Köln, wo der Startschuss schon früh um 9 Uhr morgens fällt, könnte theoretisch sogar Barack Obama am Alter Markt dazustoßen, um die Bewegung zu unterstützen. In seiner Amtszeit als US-Präsident hatte Obama den Umweltschutz auf seine Fahne geschrieben und kurz vor Ende seiner Amtszeit noch weite Teile der Arktis sowie Gebiete im Atlantik für Öl- und Gasbohrungen gesperrt.

Länger liegenbleiben sollten alle „Fridays“-Ortsgruppen, die ihren Protest in 14 Tagen auch am Karfreitag fortsetzen wollen. Denn „während der Hauptzeit des Gottesdienstes“ seien öffentliche Veranstaltungen unter freiem Himmel untersagt, erklärte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums auf Anfrage. Zwischen 6 und 11 Uhr morgens müsse die Ruhe an dem stillen Feiertag eingehalten werden.

Die Düsseldorfer Klima-Aktivistin Merle Tennie hat damit keine Probleme. „Vielleicht machen wir Karfreitag eine Mahnwache. Wir wollen das respektieren“, sagte sie der dpa. Generell werde der Protest aber auch während der Osterferien fortgesetzt.

Und wie halten es die jungen Aktivisten mit dem klimaschädlichen Flug in die Osterferien? Viele seien ja noch minderjährig und hätten letztlich keinen entscheidenden Einfluss auf den Familienurlaub, meinte Tennie. „Am besten wäre aber, nicht zu fliegen und so nachhaltig wie möglich zu leben.“

Die „Fridays“-Ortsgruppe Aachen, die derzeit einen internationalen Aktionstag mitorganisiert, der für den 21. Juni in der Karlstadt geplant ist, hat noch nicht beschlossen, wie es während der Osterferien weitergehen soll. Fest steht für Planer Samuel Krämer aber schon, wie er mit dem Thema Osterferienflüge umgeht: „Ich nicht.“

Ein große behördliche Gegenreaktion auf die Schülerstreiks ist in NRW bislang ausgeblieben. Listen über Teilnehmer, die den Unterricht für das Klima schwänzten, würden nicht geführt, versicherten die Bezirksregierungen auf Anfrage. Ebenso wie die Mittelbehörden hat auch das Schulministerium den Angaben zufolge keine gesammelten Erkenntnisse über Teilnehmerzahlen oder eventuell verhängte Sanktionen.

(dpa)
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