Belgien: Dutroux-Opfer klagen gegen belgischen Staat

Belgien: Dutroux-Opfer klagen gegen belgischen Staat

Am Montag wird in Brüssel der Antrag des Kinderschänders Mark Dutroux auf vorzeitige Haftentlassung verhandelt. Weil sie bei der Verhandlung nicht zu Wort kommen sollen, haben seine Opfer den belgischen Staat vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagt. Das meldet der Belgische Rundfunk am Freitag.

Nach Ansicht der Opfer verstoße die Tatsache, dass sie sich bei der Verhandlung nicht äußern dürfen, gegen zwei Artikel der Europäischen Menschenrechtskonvention sowie gegen die Grundlagen eines fairen Prozesses. Das teilte ihr Anwalt mit. Laetitia Delhez, heute erwachsen, war das letzte von Dutroux verschleppte Mädchen. Mit ihrer Mutter sowie Jean-Denis Lejeune, dem Vater der achtjährigen Julie, die in Dutrouxs Keller verhungert war, hat sie die Klage eingereicht.

Zwar sollen die Opfer beim Prozess in Brüssel anwesend sein. Ihre Forderung nach einer Konfrontation zwischen Opfer und Täter soll jedoch nicht erfüllt werden.

Mit der Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte soll der belgische Staat dazu gezwungen werden, die Opfer anzuhören. Sollte die Klage zugelassen werden, könnte eine Urteilsfindung über die vorzeitige Haftentlassung Dutrouxs über Jahre hinausgezögert werden.

(red)