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Auch in NRW: Durchwachsener Sommer lässt Zahl der Badetoten deutlich sinken

Auch in NRW : Durchwachsener Sommer lässt Zahl der Badetoten deutlich sinken

Im zweiten Pandemiejahr hatten die Wasserretter vom DLRG wieder mit vielen tödlichen Badeunfällen gerechnet – doch auch in NRW gab es 2021 so wenige Badetote wie lange nicht.

Die Zahl der Badetoten ist in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. So zählte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Jahr 2021 mit 24 Todesfällen durch Ertrinken nur knapp halb so viele solcher tödlichen Badeunglücke in nordrhein-westfälischen Gewässern wie noch im Vorjahr (47).

Auch bundesweit gab es 2021 so wenige tödliche Badeunfälle wie seit 20 Jahren nicht mehr, teilte die DLRG am Donnerstag mit. Demnach ertranken deutschlandweit mindestens 299 Menschen. Die meisten Menschen seien an und in Gewässern wohl vorsichtig gewesen, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt.

Der Sprecher der DLRG Nordrhein, Frank Zantis, geht zudem davon aus, dass der eher durchwachsene Sommer Hauptgrund für den deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr war: „Wäre es so schön geblieben wie im Juni, hätten wir sicherlich ein ganz anderes Bild“, sagte Zantis der Deutschen Presse-Agentur. Allein in dem Sommermonat waren elf Menschen in nordrhein-westfälischen Gewässern ertrunken – „eine ganz erschreckende Zahl“, so Zantis. Schlagzeilen gemacht hatte etwa der tödliche Unfall von drei Mädchen (13,14 und 17 Jahre alt) im Juni im Rhein bei Duisburg: Sie waren ums Leben gekommen, nachdem eine Strömung sie unter Wasser gezogen hatte.

Die DLRG warnt grundsätzlich vor dem Schwimmen in Flüssen. Gerade vom Rhein gehe Lebensgefahr aus, betonte Zantis. Schon das Spielen in Wassernähe könne für Kleinkinder gefährlich sein, wenn sich zurückziehendes Wasser plötzlich wieder nähere. „Das ist eine Schifffahrtsstraße. Ich spiele mit meinen Kindern ja auch nicht an oder auf der Autobahn“, sagte Zantis.

Die NRW-Statistik untermauert das: Die Hälfte aller Badetoten gab es 2021 dort in Flüssen. Für weitere sechs Menschen wurden Seen oder Teiche zur tödlichen Falle, vier Menschen ertranken im Kanal, eine Person in einem Bach. In Schwimmbädern kam im vergangenen Jahr niemand durch Ertrinken ums Leben.

(dpa)