Düsseldorf: Düsseldorfer „Prügel-Nonne” zieht bei Heimkinder-Demo mit

Düsseldorf: Düsseldorfer „Prügel-Nonne” zieht bei Heimkinder-Demo mit

Der Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly hat eine rund drei Meter große „Prügel-Nonne” für die Demonstration ehemaliger Heimkinder gegen sexuellen Missbrauch und schwarze Pädagogik am 15. April in Berlin gebaut.

Die mobile Skulptur zeige eine Nonne, die in einer Hand ein Kruzifix, in der anderen einen Rohrstock schwinge, erklärte die Giordano Bruno Stiftung als Unterstützer der Demonstration am Dienstag in Düsseldorf.

Die Grundidee für die Figur stamme von ehemaligen Heimkindern selbst, erläuterte Tilly. „Wir hoffen, dass unsere Prügel-Nonne dazu beitragen kann, noch größere Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken.” Nur unter starkem öffentlichen Druck würden sich Vertreter des Staates und der Kirchen den berechtigten Forderungen der ehemaligen Heimkinder stellen.

Nach Worten des Vorstandssprechers der Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, soll die Skulptur wahrscheinlich nicht nur bei der Berliner Demo zum Einsatz kommen. Er schlug vor, die „Prügel-Nonne” etwa auch beim Ökumenischen Kirchentag in München einzusetzen, um „die Kirchen liebevoll daran zu erinnern, endlich ihren Verpflichtungen gegenüber den missbrauchten und misshandelten Heimkindern und Internatszöglingen nachzukommen”.

Für den 15. April hat die „Freie Initiative ehemaliger Heimkinder” zu einer Demonstration unter dem Motto „Jetzt reden wir!” in Berlin aufgerufen. Sie klagen staatliche und kirchliche Institutionen an und fordern Entschädigungen, Entschuldigungen, Schmerzensgeld, Rentennachzahlungen sowie Kostenübernahme für medizinische und psychologische Maßnahmen.

Außerdem kritisieren sie die Arbeit des „Runden Tischs Heimerziehung” des Bundestages, mit dessen Zwischenbericht sie nicht einverstanden sind. Der „Runde Tisch” trifft sich am 15. und 16. April zur nächsten Sitzung in Berlin.

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