Düsseldorf: Düsseldorfer Igedo punktet im Ausland

Düsseldorf: Düsseldorfer Igedo punktet im Ausland

Der Düsseldorfer Modemessen-Veranstalter Igedo sieht sich nach dem zurückliegenden Krisenjahr wieder im Aufwind und gibt 2010 auch in seinem Auslandsgeschäft kräftig Gas. Neben der Moskauer Tochtermesse „Collection Première Moscow” (CPM), die im September wieder stattfindet, veranstaltet die Igedo jetzt auch in Istanbul eine Modemesse (CPI).

Für die CPI, die erstmals Ende August auf dem Plan steht, stehen nach bisherigem Stand 300 Kollektionen für Frauen-, Herren- und Kindermode sowie Accessoires auf dem Programm, wie die Igedo am Montag mitteilte. Erwartet werden mehr als 10.000 Besucher.

Mit der CPI und der CPM sieht sich die Igedo nun in Osteuropa, der Türkei und Vorderasien gleichermaßen gut aufgestellt. „Das Interesse der Industrie an einer starken Ordermesse für den vorderasiatischen Markt ist sehr groß”, sagte CPI-Chefin Mirjam Dietz. Istanbul sei der größte Güterumschlagplatz im Nahen und Mittleren Osten mit starker Ausstrahlung nach Europa.

Auch die Bedeutung der Türkei für die Modewirtschaft spielte eine Rolle für die Entscheidung der Igedo zur CPI. Die Türkei habe sich bereits in den vergangenen 20 Jahren zu einem der führenden Textilproduzenten für die europäische Modeindustrie etabliert, hieß es. Jetzt setze die türkische Wirtschaft verstärkt auf die Entwicklung und Vermarktung eigener Labels. Mit ihrem „faszinierenden Kulturen-Mix” sei die Branche eine Inspiration für die Mode- und Bekleidungsindustrie.

Auch bei der CPM stehen die Zeichen nach dem zurückliegenden Krisenjahr laut Igedo wieder auf Wachstum. Für die September-Veranstaltung sind nach bisherigem Stand 30 Prozent mehr Kollektionen und acht Prozent mehr Aussteller gemeldet. Darüber hinaus seien 100 neue Aussteller erstmals mit dabei. Die CPM gilt als wichtigste Ordermesse der internationalen Modebranche in Osteuropa.

Rund 1300 Kollektionen für die Frühjahr- und Sommermode 2011 werden den Angaben zufolge vorgestellt. Erwartet werden mehr als 700 Aussteller und über 17.000 Besucher. Vor sieben Jahren war die CPM noch mit 350 Marken und 7500 Besuchern an den Start gegangen. Die Wirtschaftskrise hinterließ jedoch 2009 auch deutliche Spuren auf dem russischen Modemarkt, weshalb die CPM Rückgänge hinnehmen musste.

Doch mit der Erholung der russischen Wirtschaft sei auch der Bekleidungsmarkt des Landes wieder in Fahrt gekommen, sagte Igedo-Geschäftsführer Philipp Kronen. Experten erwarten für 2010 ein Wachstum des russischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent, nachdem das BIP 2009 um acht Prozent eingebrochen war. „Die russischen Verbraucher geben wieder mehr für Mode aus und auch die internationale Modeindustrie hat Vertrauen in den russischen Markt zurückgewonnen”, sagte Kronen.

Schätzungen zufolge hat der russische Modemarkt ein Marktvolumen von rund 100 Millionen Euro. Noch vor zehn Jahren sorgte der Markt mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu 30 Prozent bei den westlichen Modefirmen für Goldgräberstimmung, die seit der Wirtschaftskrise aber vorbei ist: „Russland ist kein Eldorado mehr”, sagte der Vorsitzende des Brüsseler European Fashion and Textile Export Council (EFTEC), Reinhard Döpfer.