Düsseldorf: Düsseldorfer Flughafen muss höheren Schadenersatz nach Brand zahlen

Düsseldorf : Düsseldorfer Flughafen muss höheren Schadenersatz nach Brand zahlen

Der verheerende Flughafenbrand vor 15 Jahren kommt den Düsseldorfer Airport deutlich teurer zu stehen als bislang gedacht.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied am Dienstag in einem Berufungsverfahren, dass der Flughafenbetreiber drei Viertel der gesamten Schadenersatzforderungen in Höhe von 30 Millionen Euro übernehmen muss, wie das Gericht mitteilte. Die klagende Baufirma, die am Tag des Unglücks ein Subunternehmen mit Schweißarbeiten am Flughafen beauftragt hatte, muss demnach die restliche Summe übernehmen.

Das Gericht urteilte, dass der Flughafen grob fahrlässig gehandelt hatte. So sei im Gebäude brennbarer Kleber verarbeitet worden, der zur Ausbreitung des Brandes beigetragen habe. Nach Auffassung des Gerichts hätte die Baufirma über die mögliche Brandgefahr informiert werden müssen.

Mit ihrer Entscheidung revidierten die Richter ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf aus dem Jahr 2009. Dieses hatte entschieden, dass Flughafen und Baufirma jeweils die Hälfte der Kosten übernehmen müssen. Dagegen hatte die Baufirma Berufung eingelegt und eine komplette Übernahme der Kosten durch die Flughafengesellschaft gefordert.

Bei dem Flughafenbrand am 11. April 1996 waren 17 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Versicherungsgesellschaften hatten anschließend den Bauunternehmer und den Flughafen auf Schadenersatz verklagt.