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Auch nicht im Stadion: Düsseldorf sagt Rosenmontagszug endgültig ab

Auch nicht im Stadion : Düsseldorf sagt Rosenmontagszug endgültig ab

Am Rosenmontag wird es auch im Düsseldorfer Fußballstadion keinen Corona-konformen Umzug geben. Das Comitee Carneval (CC) hat die Session nun komplett abgesagt, wie die Jecken am Donnerstag mitteilten.

„Jedem Karnevalisten blutet das Herz, wenn er den Höhepunkt einer Session ersatzlos streichen muss“, sagte CC-Präsident Michael Laumen mit Bezug auf den Rosenmontag. Aber die Gesundheit der Menschen habe „absoluten Vorrang. Und dieser Verantwortung müssen wir als Veranstalter unbedingt Rechnung tragen“, so Laumen.

Dass es keinen traditionellen Rosenmontagszug geben würde, war seit einem Treffen der rheinischen Karnevalsvertreter mit der Landesregierung im September klar. In Düsseldorf hatte man die Möglichkeit eines Umzugs durch die „Merkur Spiel-Arena“, das Stadion der Fortuna, ins Spiel gebracht. Dem CC schwebte eine Fahrt mit 70 Wagen vor, man hatte mit dem Arena-Betreiber bereits Kontakt aufgenommen. Nun zieht aber das Düsseldorfer Impfzentrum in das Stadion. Die Pläne seien auch daher endgültig begraben, sagte ein CC-Sprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Prinzenpaar-Kürung wird ebenfalls ausfallen und auf November verschoben. Dem designierten Prinzen und seiner Venetia hatte man bereits zugesagt, dass sie ohne echten Karneval eine weitere Session im Amt bleiben dürfen. Die noch angedachte ARD-Fernsehsitzung – unter Coronavirus-Bedingungen – haben die Düsseldorfer Karnevalisten beim WDR als Partner inzwischen ebenfalls abgesagt.

Der WDR will am Rosenmontag nun ein „Best of“ der Umzüge und Motto-Wagen aus der Landeshauptstadt senden. Statt der Düsseldorfer TV-Sitzung will der WDR auch hier aufs Archiv zurück greifen und „die besten Tanzdarbietungen, fesselnde Reden und musikalische Highlights“ der letzten Jahre zeigen. Dies teilte der Sender am Donnerstag mit.

Auch in Köln wird es laut Festkomitee keinen Rosenmontagszug im Kölner Stadion geben. Was eine TV-Sitzung angeht, haben die Jecken in der Domstadt aber noch nicht aufgegeben: „Bezüglich unserer Fernsehformate befinden wir uns im engen Austausch mit dem WDR, eine finale Entscheidung gibt es derzeit noch nicht“, so eine Sprecherin des Festkomitees am Donnerstag.

CC-Präsident Laumen appellierte an alle Karnevalisten, sich in der kommenden Session und insbesondere an den sogenannten „tollen Tagen“ zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch vernünftig zu verhalten: „Wir sollten in dieser äußerst schwierigen Zeit nur im kleinen Kreis feiern und im Sinne unseres Mottos "Wir feiern das Leben!" auf eine coronafreie Session 2021/2022 hoffen.“

Tilly begrüßt Absage

Wagenbauer Jacques Tilly begrüßt die endgültige Absage des Düsseldorfer Rosenmontagszugs: „Meine erste Reaktion war: Das ist vernünftig. Die Stimmung ist gerade einfach nicht so“, sagte Tilly am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können ja nicht Halligalli machen, während der Rest der Republik in Demut verharrt und sich in häuslicher Bescheidenheit übt“, sagte Tilly: „Die Corona-Lage gibt es auch einfach nicht her.“ Tilly baut normalerweise die meisten Wagen der Gruppen beim Düsseldorfer Umzug, dazu die weltbekannten Motto-Wagen, die als Karikaturen aus Pappmaché Angela Merkel oder Donald Trump aufs Korn nehmen.

Für den Rosenmontagszug 2021 hat Tilly mit seinem Team bereits zehn Wagen fertig gebaut: „Die haben wir aber extra schon so angelegt, dass sie auch 2022 fahren können.“ So habe man bewusst die Jahreszahl 2021 an den Wagen weggelassen.

Der Künstler hat nach eigenen Angaben auch ohne Karneval genug zu tun: Er baue mit seinem Team unter anderem Großplastiken für verschiedene Auftraggeber. „Sonst müssen wir vielen wegen Karneval absagen – nun können wir allen zusagen. Das ist doch auch mal schön.“

(dpa)