Preise im Keller: Dürre verhagelt Zuckerrüben-Ernte

Preise im Keller : Dürre verhagelt Zuckerrüben-Ernte

Monatelange Hitze und Dürre verhageln jetzt auch den Zuckerrübenbauern in Nordrhein-Westfalen die Ernte. „Wir haben überall deutlich weniger Ertrag als im Vorjahr.

Die Rübenmasse ist dramatisch niedriger“, sagte der Geschäftsführer des Rheinischen Rübenbauerverbands, Peter Kasten, mit Blick auf die laufende Ernte. Die Rübenmasse liege 25 Prozent unter der des Vorjahres und sei bis zu 20 Prozent geringer als im langjährigen Schnitt. Die Rüben seien zu klein und die Preise dafür auf einem historischen Tief.

Die Spannbreite beim Ernteergebnis sei regional sehr groß. In den von der Dürre am stärksten betroffenen Regionen wie Euskirchen und Niederrhein würden 30 Tonnen pro Hektar geerntet, in anderen Gegenden, wo die Bauern die Früchte beregnen konnten und es auch mal gewittert habe, bis zu 80 Tonnen. Die Zuckergehalte seien durch die Sonne und Trockenheit recht hoch. Entscheidend für den Zuckerertrag sei aber der Rübenmasseertrag und der habe sehr gelitten. Erhebliche Ernte-Einbußen wegen der Dürre hatte es zuvor auch schon bei Mais, Kartoffeln und beim Grünlandanbau gegeben.

Die Ernteeinbußen bei der Rübe kämen zusammen mit einem historischen Preistief. „Die Zucker- und die Rübenpreise sind so niedrig wie noch nie nach dem Zweiten Weltkrieg“, sagte Kasten. Das schlage sich auf die gesamte Einkommenslage der Landwirte nieder. Die Preise seien nicht mehr wirtschaftlich. Unter dem Preisdruck würden Landwirte möglicherweise mittelfristig den Zuckerrübenanbau herunterfahren.

Die Rübenernte in NRW dauert bis Anfang Januar. Nordrhein-Westfalen ist nach Verbandsangaben eines der bedeutendsten Rüben-Anbaugebiete in Europa.

(dpa)