Düren: Dürener Landrat weist Untreuevorwurf vor Gericht zurück

Düren: Dürener Landrat weist Untreuevorwurf vor Gericht zurück

Zum Auftakt seines Prozess wegen Untreue vor dem Dürener Amtsgericht hat sich der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) am Dienstag vom mitangeklagten Michael Müller der Lüge bezichtigen lassen müssen. Spelthahn wiederum bezeichnete es als „ungeheuerlich, dass mich Herrn Müllers Lügen auf die Anklagebank gebracht haben“.

Beide Angeklagten halten sich für Lügner, beide Angeklagte wiesen die Untreue-Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weit von sich. Bereits am ersten Tag zeichnete sich ab, dass es ein zähes Verfahren werden wird. Allein Dienstag wurde mehr als zehn Stunden lang verhandelt.

Müller war zwischen 2004 und 2009 Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Kreis Düren (GWS), deren Aufsichtsratsvorsitzender Spelthahn zu dieser Zeit war. Im Zusammenhang mit vom Arbeitsvertrag nicht gedeckten Bonuszahlungen, die Spelthahn angeboten und bewilligt und Müller angenommen und sich ausgezahlt haben soll, sind beide der Untreue angeklagt. Der Vorsitzende Richter, Stephan Ebeling, erklärte zu Beginn der Verhandlung, noch nie ein Verfahren geleitet zu haben, dessen „Ausgang so offen ist wie bei diesem“.

Der Richter stellte allerdings auch klar, dass für beide Angeklagten ein Freispruch ebenso möglich sei wie eine Verurteilung, die nach Lage der Dinge aber kaum über eine Geldstrafe hinausgehen wer­de. Für Spelthahn bedeutet dies, dass er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Landrat bleiben können wird. Gleichwohl betonte er erneut, „dem Beginn des Verfahrens regelrecht entgegengefiebert“ zu haben, um öffentlich seine Unschuld beweisen zu können.

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