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Rückkehrer aus Risikogebieten: Drohende Kosten bei Corona-Tests

Rückkehrer aus Risikogebieten : Drohende Kosten bei Corona-Tests

Wer in die Türkei in den Urlaub geflogen ist und jetzt nach NRW zurück kommt, muss in Quarantäne - oder einen Corona-Test machen. Das wird etwas kosten. Für Österreich ist NRW unterdessen kein Risikogebiet mehr. Und es wird wieder lockerer im Land.

Wer aus einem Risikogebiet wie der Türkei nach Nordrhein-Westfalen einreist und eine Quarantäne durch einen Coronavirus-Test umgehen möchte, muss sich auf Kosten einstellen. „Es ist geplant, dass die zu testenden Urlauber anteilig für die Testungen aufkommen“, teilte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Dienstag mit. „Weitere Details, wie zum Beispiel eine unbürokratische und einfach handhabbare Gebührenordnung, werden derzeit erarbeitet.“ Das Land Österreich hat unterdessen seine Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem Kreis Gütersloh aufgehoben. Auch die Reisewarnung für ganz NRW wurde aufgehoben.

Seit Ende Juni mussten Menschen aus dem Kreis Gütersloh ein ärztliches Attest für einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie nach Österreich wollten. Umgekehrt galt für Österreicher eine „partielle Reisewarnung“ - NRW stand damit in einer Reihe unter anderem mit der chinesischen Provinz Hubei oder der italienischen Lombardei.

Wer wiederum aus Risikogebieten nach NRW zurückkehrt, muss laut der ab Mittwoch (15. Juli) geltenden Corona-Einreiseverordnung in eine 14-tägige Quarantäne. Außer, man kann dem Gesundheitsamt ein ärztliches Attest vorlegen, „dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind“. Weitere Ausnahmen gelten unter anderem für Durchreisende und „zwingende berufliche Angelegenheiten“.

Ausnahmen entfallen auch für Beschäftigte aus kritischen Infrastrukturen: Wer aus dem Sommerurlaub oder vom Verwandtschaftsbesuch aus Corona-Risikogebieten zurückkommt, muss jetzt ebenfalls einen negativen Test vorlegen. Damit werde ausreichenden Testkapazitäten Rechnung getragen, hatte das Gesundheitsministerium mitgeteilt.

Ab diesem Mittwoch werden aber auch Regeln etwas gelockert. Unter anderem für Hochzeiten, Taufen oder Geburtstage: Für Feste aus besonderem Anlass dürfen 150 Gäste kommen, also deutlich mehr als die bisherigen 50. Das NRW-Kabinett hatte die Änderungen für die Coronaschutzverordnung beschlossen, die in der neuen Version bis zum 11. August verlängert wurde.

Eine Änderung wird die Schausteller in NRW freuen: Bei den sogenannten temporären Freizeitparks, die zurzeit als Kirmes-Ersatz zum Beispiel in Düsseldorf oder Dortmund stehen, darf ab Mittwoch auch Alkohol ausgeschenkt werden. Wenn die örtlichen Behörden mitspielen. Im „Düsselland“ auf dem Messegelände der Landeshauptstadt hatte man darauf bereits gewartet - und will sofort loslegen.

Apropos loslegen: Während der Moerser Dönerfleischhersteller Öztas am Niederrhein nach einem Corona-Ausbruch und einer rund zweiwöchigen Schließung seit Dienstag wieder produzieren darf, heißt es bei Tönnies weiter warten. Am Stammsitz des Konzerns in Rheda-Wiedenbrück sind die Beratungen der Behörden über die Wiederaufnahme des Schlacht- und Zerlegebetriebs in Deutschlands größtem Fleischwerk noch nicht abgeschlossen.

Seit Mitte Juni ruht die Produktion bei Tönnies, nachdem bei rund 1400 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen wurde. Die Schließungsverfügung der Stadt Rheda-Wiedenbrück endet am Freitag (17. Juli). Für einige Teile bei Tönnies hat die Stadt inzwischen die Schließungsverfügung aufgehoben. Dazu gehören die Verwaltung, die technischen Diensten, Logistik und zuletzt die Konzerntochter Tillmann's Convenience. In diesem Bereich werden Lebensmittel jetzt nach Belieferung durch andere Schlachthäuser produziert. Der weitaus größte Teil der Produktion, also das Schlachten von täglich bis zu rund 25 000 Schweinen und deren Zerlegung, bleibt weiterhin untersagt.

Im Kreis Gütersloh war im Juni die Zahl der Corona-Infektionen durch einen massiven Ausbruch bei Tönnies in die Höhe geschnellt. Für die Menschen im Kreis hatte der Ausbruch Einschränkungen im Alltagsleben zur Folge, zudem reagierten viele Urlaubsregionen unter anderem mit Beherbergungsverboten für Corona-Hotspots.

(dpa)