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Köln: Dreifachmörder will als Terrorist angeklagt werden

Köln : Dreifachmörder will als Terrorist angeklagt werden

Im Prozess um den Dreifachmord von Overath hat sich der Angeklagte Thomas A. am Dienstag als Terrorist bezeichnet.

Er habe eine terroristische Vereinigung mit dem Ziel einer „nationalen Revolte” gegründet, auch sei das Verbrechen in der Overather Anwaltskanzlei eine „politische Tat” gewesen, ließ der rechtsextreme Ex-Söldner vor Gericht von seinem Anwalt erklären.

Aus diesem Grund beantragte Thomas A. die Verlegung des Verfahrens vor das für Staatsschutzdelikte zuständige Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Staatsanwältin widersprach dem Angeklagten. Seine angeblichen Gesinnungsgenossen hätten in den polizeilichen Vernehmungen die Existenz einer von Thomas A. benannten „SS-Schutzstaffel” bestritten. Der Vorsitzende Richter Paul Schwellenbach will erst nach den gerichtlichen Aussagen dieser Zeugen über den Antrag des Angeklagten entscheiden.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben sich Thomas A. und seine mitangeklagte Freundin Jennifer D. am 7. Oktober vergangenen Jahres Zutritt zur Anwaltskanzlei Nickel in Overath bei Köln verschafft. Dort soll der 45-Jährige die dreiköpfige Anwaltsfamilie mit Schüssen aus einer Pump-Gun getötet haben.

Als Motiv vermutet der Staatsanwalt Rache und Hass von Thomas A. auf alle Rechtanwälte. Der ermordete Anwalt hatte vor Jahren wegen Mietstreitigkeiten erfolgreich gegen Thomas A. prozessiert.