Düsseldorf: Drei tote EHEC-Patienten in NRW

Düsseldorf: Drei tote EHEC-Patienten in NRW

Das Darmbakterium EHEC hat ein drittes Todesopfer in Nordrhein-Westfalen gefordert und weitere rund 40 Menschen infiziert. Wie das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag in Düsseldorf mitteilte, sind inzwischen 128 Menschen an den EHEC-Bakterien erkrankt.

35 davon leiden am hämolytisch urämischen Syndrom (HUS), dem besonders schweren Verlauf der Infektion, bei dem unter anderem die Nieren versagen können. Ein von der Universität Münster entwickelter Schnelltest soll bei der Ursachenforschung über die Herkunft und Verbreitung des EHEC-Bakteriums helfen.

Eine 87 Jahre alte Frau aus dem Kreis Paderborn erlag am Dienstagmorgen der Infektion. HUS sei bei der Frau aber nicht nachgewiesen worden, teilte die Kreisverwaltung Paderborn mit. Bereits am Montag war der Tod von zwei EHEC-Patientinnen in Nordrhein-Westfalen bekanntgeworden. Sowohl die 91 Jahre alte Frau aus dem Kreis Paderborn als auch die 47 Jahre alte Patientin aus dem Kreis Gütersloh litten an HUS.

Bei der 47-Jährigen ist zudem klar, dass sie sich Mitte Mai in Norddeutschland aufgehalten hatte, dem am stärksten vom EHEC-Ausbruch betroffenen Gebiet in Deutschland. Die beiden älteren Frauen seien wegen diverser Vorerkrankungen in den letzten Wochen nicht mehr reisefähig gewesen, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. Es sei nicht auszuschließen, dass sie mit Lebensmitteln aus Norddeutschland in Kontakt gekommen sind.

Die Ursache für die EHEC-Erkrankungswelle in Deutschland ist zudem wieder völlig offen. Auf zwei spanischen Gurken in Hamburg, die zunächst als eine Quelle der Erreger galten, fanden sich zwar EHEC-Keime - aber nicht die des derzeit grassierenden Typs O104.

Ein von der Universitätsklinik Münster entwickelter Schnelltest soll von sofort an dabei helfen, die Herkunft und Verbreitung des EHEC-Bakteriums zu klären. Das gab das Forscherteam um Professor Helge Karch am Dienstag in Münster bekannt. Der Test kläre innerhalb von vier Stunden, ob es sich um den EHEC-Erreger HUSEC041 (O104:H4) handelt. „Der Test kann auch bei Lebensmitteln eingesetzt werden”, sagte Karch. „Mit dem Schnelltestverfahren können wir den Ausbruchsstamm sicher identifizieren”, sagte Karch. „Das Testergebnis ist sehr sicher.”

Die Forscher halten eine EHEC-Übertragung durch Tiere für möglich. „Es könnten Tiere infiziert sein. Es können aber auch Menschen als Überträger in Betracht kommen”, sagte Karch. Diese Möglichkeiten müssten nun überprüft werden.

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