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Schulöffnungen zu riskant: Dortmunder OB kritisiert Land

Schulöffnungen zu riskant : Dortmunder OB kritisiert Land

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal hat das Festhalten des Landes an der Rückkehr aller Jahrgänge an die Schulen als zu riskant kritisiert.

Die Ausgabe des Astrazeneca-Impfstoffs zu stoppen und gleichzeitig die Schulen zu öffnen, sei „nicht nachvollziehbar“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im WDR-Morgenecho.

Die ansteckendere B.1.1.7-Variante des Coronavirus habe das Ruder im Infektionsgeschehen übernommen. „Wir sehen jetzt: Kinder sind das größte Ansteckungsrisiko“, sagte Westphal. Deshalb habe die Stadt Dortmund beim Land beantragt, ihre Schulen alle sofort schließen zu dürfen. Das war am Dienstag abgelehnt worden.

Der OB betonte, die Stadt habe Gesundheitsminister Karl-Josef Laumman (CDU) in seiner „präventiven Funktion“ angesprochen. Dass nun für ohnehin nur wenige Tage vor der Osterferien alle Schüler im Wechselmodus tageweise in die Klassenräume zurückkehrten, sei „gemessen am Risiko nicht vertretbar“. Wenn Laumann mit Inzidenzen argumentiere, „dann argumentiert er rückwärts“.

Laumann hatte zuvor im WDR betont: Der Grundsatz laute, dass Unterricht in den Klassenräumen in Präsenz stattfinden solle, soweit das vertretbar sei. Bei einer Inzidenz von über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen werde eine Verschärfung der Maßnahmen geprüft. Dortmund habe am Dienstag bei einem Wert von 72 gelegen und zudem kein „Gesamtkonzept“ vorgelegt. Westphal sagte, bei den wieder stetig steigenden Infektionszahlen drohten in NRW ohne Schulschließungen nach den Osterferien dramatische Zahlen.

(dpa)