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Jacques Tilly wrackt Motivwagen ab: Donald Trump und Papst Benedikt werden zerstört

Jacques Tilly wrackt Motivwagen ab : Donald Trump und Papst Benedikt werden zerstört

Beim traditionellen Abwracken hat der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly seine eigenen Karnevalsmottowagen aus dem Rosenmontagszug zerstört.

Mit der Brechstange legte der 56-Jährige am Dienstag Hand an die Donald-Trump- und Papst-Benedikt-Motive, die er mit seinem Team zuvor in monatelanger Arbeit erstellt hatte. „Es ist kein schöner Tag. Es ist schon absurd, wenn man zwei Tage vorher auf jeden Pinselstrich achtet und jedes Loch entfernt und jetzt dann reintritt, als wäre es nur Müll“, sagte Tilly am Dienstag. Mittlerweile habe er sich aber daran gewöhnt: „Ich sehe es inzwischen wie ein Koch. Der bereitet auch stundenlang das Essen zu und nach 15 Minuten ist alles im Magen.“

Die meisten der 13 Mottowagen werden zerstört, wenige gehen als Geschenke des Karnevalskomitees ins Ausland. So soll das Motiv von Boris Johnson, dessen Unterkörper ihm mitsamt eines Schottenrocks davonrennt, nach Schottland gehen. Auch der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke und sein zum Hitlergruß ausgestreckter Arm sowie ein brennendes Känguru sollen nicht zerstört werden.

In diesem Jahr waren die Wagen laut Tilly „so aktuell wie noch nie“. Die Planung sei für den Wagenbauer und sein Team jedes Mal eine große Herausforderung: „Es ist ganz schön schwer, im Vorfeld etwas zu planen, was in sechs Wochen noch in den Köpfen der Leute ist.“

Für Aufregung hatte am Montag die Staatsanwaltschaft gesorgt, die anordnete, ein Hakenkreuz von einem Motivwagen zu entfernen, das den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zeigte. Der Wagen rollte im Zug ohne Hakenkreuz, die Staatsanwaltschaft räumte später einen Fehler ein, das Motiv sei durch die Kunstfreiheit gedeckt gewesen.

Tilly fand das zwar schade, sagte aber: „Bolsonaro als Urwald- und Klimakiller hat auch ohne Hakenkreuz funktioniert. Er ist aber natürlich ein Rechtsextremer und homophob bis zum Gehtnichtmehr. Solche Leute braucht man nicht schonen, da muss der Satirehammer draufhauen.“

(dpa)