DJV verleiht Presse-Ente an Christoph Pauli und Nina Mika-Helfmeier

Presse-Ente in Aachen verliehen : Ehrung für zwei Menschen, die nicht gern im Rampenlicht stehen

Die Presse-Ente ist in diesem Jahr an zwei Persönlichkeiten gegangen, die mit ihrer Arbeit und ihrem Namen in der gesamten Region bekannt sind, die aber lieber im Hintergrund bleiben: Nina Mika-Helfmeier und Christoph Pauli.

Beide freuten sich am Montagabend sichtlich über die Anerkennung ihrer Arbeit, die mit dem Preis des Bezirksvereins Aachener Presse im Deutschen Journalisten-Verband (DJV) verbunden ist.

Nina Mika-Helfmeier (55) von der Stabsstelle Kultur bei der Städteregion Aachen organisiert das „Kulturfestival X“ mit großen Namen und kuratiert Fotoausstellungen im Kunst und Kulturzentrum (KuK) Monschau, die ansonsten nur in Weltstädten gezeigt werden. Städteregionsrat Tim Grüttemeier lobte in seiner Laudatio ihren Wesenszug, ständig neue Herausforderungen zu suchen. Sie habe als damalige Gleichstellungsbeauftragte in den 90er Jahren vorangetrieben, dass die Verwaltung des Kreises Aachen als erste Verwaltung einen Betriebskindergarten erhalten habe.

Zum „Kulturfestival X“ und ins KuK hole sie Hochkaräter wie Bela B, Matthias Brandt, Ulrich Tukur, Meret Becker oder Selig und Werke von Andreas Feininger oder Bruce Davidson. Wie sie das schafft? „Sie brennt für jedes Projekt und verfolgt es mit charmanter Herzlichkeit“, sagte Grüttemeier und fügte mit Augenzwinkern hinzu: „Sie kann penetrant werden und nachbohren, bis die Künstler aufgeben und zusagen.“ Im Gegenzug erhielten sie einen persönlichen Fullservice inklusive Essen in der heimischen Küche.

Erfahren, hartnäckig, schnell

Der journalistische Preisträger der Presse-Ente, Christoph Pauli (55), ist zumindest den sportafinen Lesern dieser Zeitung als langjähriger Leiter der Sportredaktion seit vielen Jahren bekannt. Seit Mitte 2017 hat er sein Themenspektrum erweitert: Auf Wunsch von Chefredakteur Thomas Thelen verließ er die Sportredaktion und wurde Mitglied des neu geschaffenen Autorenpools.

„Redakteuren Zeit zu geben, um gut recherchierte Texte zu schreiben und Qualitätsjournalismus zu betreiben, das leisten sich nicht mehr viele regionale Tageszeitungen in Deutschland“, sagte Thelen. Pauli sei für dieses Team eine „Idealbesetzung“. Er verfüge über Erfahrung, Schnelligkeit, Einsatzbereitschaft, eine gute Schreibe, Zuverlässigkeit, Belastbarkeit, Hartnäckigkeit und ein sehr sicheres Gespür für Themen.

Seine Vielseitigkeit sei „atemberaubend“. Er schreibe über die letzten Tage einer Zeche ebenso wie über „Kommissar Kaffeefahrt“, Gerichtsprozesse oder den neuen Dompropst. Und immer wieder über Menschen, denen das Schicksal böse mitgespielt habe. „Wer im Autorenpool sitzt, muss liefern“, sagte Thelen. Und Pauli liefere, täglich.

„Er muss das jetzt aushalten“

Das er nun mit der Auszeichnung als einzelner ins Rampenlicht gerückt werde, sei ihm gar nicht so recht. „Er muss das jetzt aushalten“, sagte Thelen. Seine Ehrung ist für den Chefredakteur aber auch eine Auszeichnung für die gesamte Redaktion – für den Autorenpool und die übrigen Kollegen, die ihnen den Rücken freihielten. „Ohne diejenigen, die sich um den ganzen Rest kümmern, wäre der Autorenpool nicht denkbar.“

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