1. Region

Aachen: Digitale Briefmarke auf dem Vormarsch

Aachen : Digitale Briefmarke auf dem Vormarsch

Mehr Service und kürzere Wartezeiten: Die digitale Briefmarke der Deutschen Post AG soll es möglich machen.

Seit Anfang Januar gibt es die neuen Marken, die individuell nach Kundenwunsch - 2 Cent oder 1,37 Euro sind kein Problem - am Schalter ausgedruckt werden können, in 21 Filialen in der Region Aachen.

Welche Vorzüge das digitale Pendant gegenüber den guten alten Motivmarken zum Abreißen hat? Beim klassischen Brief ist die Digi-Marke ihrem großen Bruder nur dann überlegen, wenn ein Kunde noch alte Restmarken mit eher unpraktischen Beträgen loswerden will. „Die 41-Cent-Marke kann nun - durch eine 15-Cent-Marke ergänzt - ohne Verlust zum Einsatz kommen”, erklärt Schalterbeamtin Maria Derichs.

Einschreiben „online”

Überzeugender sind die Vorteile beim Einschreiben: Wer hierfür bisher einen Auslieferungsbeleg ausfüllen musste, bekommt diesen Beleg jetzt automatisch ausgedruckt. Alle Daten des Einschreibens werden in der digitalen Briefmarke nebst Strichcode gespeichert, Sender, Empfänger, Datum und Sendungsart elektronisch erfasst. „Unterm Strich verbringt der Kunde dadurch weniger Zeit am Schalter”, so Derichs.

Und: Durch die digitale Erfassung der Daten kann der Kunde den Weg seines Einschreibens bis zur Annahme durch den Empfänger „online” verfolgen. „Der Status der Sendung ist im Internet und telefonisch abrufbar”, erklärt Pressesprecher Achim Gahr.

Auch in puncto Fälschungssicherheit setzt die digitale Briefmarke neue Maßstäbe: Sie arbeitet mit einem Codesystem, das sich bereits bei der Internet-Frankierung von Briefen und Päckchen bewährt hat. Denn was am Schalter erst seit diesem Jahr möglich ist, klappt im Internet schon seit gut zwei Jahren: Mit der Software „Stampit” können Unternehmen, aber auch Privatpersonen, ihre Briefumschläge zu Hause am Computer und mit ihrem eigenen Drucker frankieren.

Auch der Ausdruck von Etiketten, mit denen Päckchen freigemacht werden können, ist kein Problem. Die ausgedruckten Briefmarken werden aus einer virtuellen Portokasse des Kunden bezahlt, die via Einzugsermächtigung aufgeladen werden kann.

Fälschungssicher ist die Internet-Briefmarke dadurch, dass Adressen, Datum und Betrag in ihrem Code gespeichert sind. Den Code kopieren und eine neue Adresse hinzusetzen, funktioniert nicht: Die Briefzentren überprüfen jeden einzelnen Brief, bei fehlender Übereinstimmung wird er nicht zugestellt.

Ob digital am Schalter oder „online” im Internet: „Die Systeme funktionieren vollkommen problemlos”, versichert Gahr. Die neue digitale Marke gibt es seit dem 1. Januar in sechs Aachener, zwei Alsdorfer und zwei Herzogenrather Postämtern sowie in den Postämtern in Eschweiler, Stolberg, Düren, Erkelenz, Heinsberg, Linnich, Geilenkirchen, Würselen, Baesweiler, Übach-Palenberg und Jülich.

„Stampit” wird mittlerweile von rund 50.000 Postkunden genutzt - Tendenz steigend. Philatelisten können jedoch aufatmen. Achim Gahr: „Die digitale Marke wird die herkömmlichen Briefmarken nicht verdrängen. Sie gehören auch weiterhin an jedem Schalter zum Sortiment.”