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Wer hat gewonnen?: Die Streuselbrötchen-Sieger stehen fest!

Wer hat gewonnen? : Die Streuselbrötchen-Sieger stehen fest!

Aachener Streuselbrötchen sind Legende. Und Glaubenssache. Zumindest, was die feinen Unterschiede bei der Beschaffenheit des bröseligen Toppings angeht. Unsere Leserinnen und Leser haben jetzt entschieden – über das beste Streuselbrötchen der Region.

Das Rennen unter den Top 5 war bis zum Schluss knapp, doch dann setzte der Favorit, der sich in den vergangenen Tagen bereits herauskristallisiert hatte, zum Endspurt an, um einen deutlichen Vorsprung und letztlich den Pokal einzufahren. Das Voting unserer Zeitung ist beendet, ein Familienbetrieb ist als Sieger hervorgegangen: die Bäckerei-Konditorei Schauer in Aachen-Eilendorf.

Ob das Siegervotum darauf zurückzuführen ist, dass in dem Ladenlokal unter der außergewöhnlichen fröhlich-bunten Fassadengestaltung an der Steinstraße neben dem Streuselbrötchen-Original auch eine Variante mit Zuckerguss verkauft wird, lässt sich nicht mehr ergründen. Sicher ist aber, dass die krossen Streusel mit leichter Zimtnote offenbar bestens bei der Stammkundschaft ankommen.

Platz 2 entfällt ebenfalls auf ein kleines Traditionsunternehmen: die in vierter Generation betriebene Bäckerei-Konditorei Baggen an der Oststraße in Herzogenrath-Kohlscheid.

 Es gibt sie auch mit Zuckerguss: die Sieger-Streuselbrötchen aus der Backstube Schauer in Eilendorf.
Es gibt sie auch mit Zuckerguss: die Sieger-Streuselbrötchen aus der Backstube Schauer in Eilendorf. Foto: MHA/Harald Krömer

Auf Platz 3 landet die Filialbäckerei, die bei vielen Aachenern, vor allem aus der Studentenszene, als der Streuselbrötchen-Lieferant schlechthin gilt, die ihr Produkt deswegen recht regelmäßig auch an Exil-Aachener versendet: die Aachener Brot- und Printenbäckerei Drouven, deren Stammhaus 1896 begründet wurde.

Damit das Wahlverfahren möglichst gerecht vonstattenging und kleine Betriebe nicht automatisch ins Hintertreffen gerieten, haben wir die Anzahl der abgegebenen Stimmen durch die Zahl der jeweiligen Bäckerei-Filialen respektive Backshops geteilt. So entfielen bei insgesamt 6426 gültigen Teilnahmen 105 Stimmen auf Schauer, 96 auf Baggen und 85,55 auf Drouven.

 Ein Hingucker: Die außergewöhnliche Fasssadengestaltung der Bäckerei an der Steinstraße 6 in Eilendorf ist das Werk von Hundertwasser-Schüler Horst Kordes.
Ein Hingucker: Die außergewöhnliche Fasssadengestaltung der Bäckerei an der Steinstraße 6 in Eilendorf ist das Werk von Hundertwasser-Schüler Horst Kordes. Foto: MHA/Beatrix Oprée

Im Siegerbetrieb zeigt man sich freudig überrascht: „Damit haben wir eigentlich gar nicht gerechnet“, sagt Susanne Schauer. Und: „Zurzeit stehen unsere Streuselbrötchen ehrlich gesagt ein wenig hintan.“ Jahreszeitlich bedingt, der Weckmännchen wegen.

Nichtsdestotrotz: Die stattliche Menge von 60 bis 70 Streuselbrötchen geht an der Steinstraße 6 täglich über den Ladentisch. An treue Stammkundschaft, die bei weitem nicht nur aus Eilendorf, sondern auch aus den umliegenden Kommunen und sogar dem benachbarten Ausland kommt. „Und ein Kunde, der nach Bayern gezogen ist, lässt sich hin und wieder schon mal ein paar per Post schicken“, berichtet Susanne Schauer.

Begründet worden ist die Schauer’sche Backtradition 1926 von Erich Schauer im brandenburgischen Eberswalde. Johannes Schauer war es dann, der nach dem 2. Weltkrieg in die hiesige Region kam, wo er zunächst als angestellter Bäcker tätig war und im Jahr 1956 am Apolloniaweg eine eigene Bäckerei eröffnete, wie Susanne Schauer berichtet. 1963 erfolgte der Umzug an die Steinstraße – wo Sohn Dietmar Schauer, der das Bäckerhandwerk übrigens bei Drouven in Aachen erlernte, die Backstube in dritter Generation übernahm.

Und was macht sein spezielles Streuselbrötchenrezept nun aus? Susanne Schauer lächelt: „Mein Mann sagt immer: Man muss das Beste aus guten Zutaten herausholen.“ Mehr soll eigentlich gar nicht verraten werden, außer dass die Streusel erst noch ruhen müssen, bevor sie auf die Hefeteiglinge aufgebracht werden und alles zusammen schließlich bei großer Hitze in den Ofen kommt.

Die Kunden wissen es zu goutieren, und auch am Freitagmittag, kurz nach dem Ende unseres Votings, sind die nunmehr „besten Streuselbrötchen der Region“ schon wieder fast völlig ausverkauft.