Aachen: Die RWTH oder: Das Lob der Ingenieure

Aachen: Die RWTH oder: Das Lob der Ingenieure

Am letzten Freitag eines jeden Januars feiert die RWTH sich selbst. So füllten auch am Freitagabend Professoren, Studierende, Mitarbeiter und Ehemalige sowie eine Reihe von Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die 750 Plätze der großen Aula - und wurden von den beachtlichen Erfolgsdaten auch des vergangenen Jahres beeindruckt.

Einen besonderen Eindruck hinterließ diesesmal allerdings der Empfang für und der Auftritt von Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt und Vorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen. „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel”, war das Motto der zweistündigen Show. Gemeint ist die Exzellenzinitiative, die ganz und gar kein Spiel für die RWTH ist. Außerordentlich erfolgreich in den ersten beiden Runden, „leidet die Hochschule unter dem Druck, diesen Wettbewerb auch wieder gewinnen zu wollen”, räumte Rektor Ernst Schmachtenberg gleich zu Beginn ohne Schnörkel ein.

Ein, wenn nicht der „ganz wichtige Partner” der exzellenten Hochschule ist die Bundesregierung, womit Schmachtenberg flott - mit einem Umwelt-Schlenker zur Elektromobilität - beim Stargast des Abends war: „Eigentlich sind Sie doch hier zu Hause!”. Die auch angefragte NRW-Wissenschaftsministerin war wegen eines nicht eben unwichtigen Termins verhindert; man musste aber nicht zu dem Eindruck gelangen, dass sie hier vermisst wurde.

Streicheleinheiten für die RWTH

Röttgen ließ sich diese Chance verständlicherweise nicht entgehen und schichtete seine Komplimente an die RWTH wie eine vielstöckige Sahnetorte auf. „Wir, die Bürger, die Parteien, die Verbände des Landes sind stolz auf die RWTH.” Darüber legte der Minister das Lob der „Bescheidenheit, des Schöpfergeistes und der kämpferischen Einstellung” der TH.

Die Krone seiner Worttorte formulierte Röttgen zwar so, dass er sie auch einer anderen Technischen Uni aufsetzen könnte, die RWTH sich aber ganz und gar gemeint fühlen durfte: „Der Erfolg, den wir alle brauchen, ist im Kern eine Aufgabe der Ingenieure.”

Mit seinem schönen Gespür für leichte Ironie nahm sich Kanzler Manfred Nettekoven das erste Stück vom Kuchen: „Das hat der Aachener Seele gutgetan. Hier sitzen ganz viele Ingenieure im Raum, die brauchen ab und zu ein paar Streicheleinheiten.”

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