Die Niederlande und NRW planen engere Zusammenarbeit

Pendler-Probleme und Fußball-Gipfel : Niederlande zu Gast in NRW

40.000 Berufstätige pendeln zwischen NRW und den Niederlanden hin- und her. Was sich dabei und im Austausch der Länder noch verbessern lässt, berieten die Regierungschefs Laschet und Rutte. Am Abend wird zusammen Fußball geguckt.

Nordrhein-Westfalen und die Niederlande wollen künftig noch enger zusammenarbeiten - vor allem in den Bereichen Verkehr, Arbeitsmarkt, Wirtschafts- und Energiepolitik. Das vereinbarten die Ministerpräsidenten beider Länder, Armin Laschet (CDU) und Mark Rutte, am Montag bei Regierungskonsultationen in Düsseldorf.

Wie die Staatskanzlei mitteilte, unterzeichneten beide Länder erstmals eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei Mobilität und Verkehr. Unter anderem sollen die Beziehungen zwischen den sogenannten ZARA-Häfen - Zeebrügge und Antwerpen (beide Belgien) sowie Rotterdam und Amsterdam (beide Niederlande) - und dem Hinterland in NRW gestärkt werden. Außerdem sollen die Digitalisierung in den Häfen und bei Transportketten vorangetrieben und die Eisenbahnverbindungen im Dreiländereck optimiert werden. Am Abend wollen Laschet und Rutte in Gelsenkirchen gemeinsam die Nations-League-Begegnung der deutschen und der niederländischen Fußballnationalmannschaft verfolgen.

Laschet betonte laut Mitteilung, mit ihren künftig regelmäßig fortgesetzten Regierungskonsultationen wollten beide Regierungschefs „ein starkes Signal für Europa setzen“. Gefestigte bilaterale Verbindungen schafften „mehr Wohlstand, mehr Freiheit und mehr Sicherheit“ für alle Bürger. Ab dem kommenden Frühjahr wollen beide Seiten bei jährlichen Grenzland-Konferenzen eine Agenda mit den wichtigsten Themen festlegen. Neben Handel und Verkehr soll es dabei auch um Bildung, Wissenschaft und Forschung gehen.

Fest vereinbart ist bereits, die sogenannten „Grenzinfopunkte“ für Arbeiten, Wohnen und Studieren in Belgien, Deutschland und den Niederlanden über 2020 hinaus weiter mitzufinanzieren. 40 000 Berufstätige pendeln zwischen NRW und den Niederlanden hin- und her.

Die Niederlande sind nach Angaben des Statistischen Landesamts der bedeutendste Handelspartner Nordrhein-Westfalens. 2016 war ihr Bruttoinlandsprodukt annäherend gleich hoch: NRW mit 672 Milliarden, die Niederlande mit 703 Milliarden Euro. Wäre NRW ein eigener Mitgliedsstaat, läge das Land hinter den Niederlanden auf Platz sieben der wirtschaftsstärksten EU-Staaten.

(dpa)