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Die meisten Bürger NRWs halten sich an die Einschränkungen

Trotzdem Konflikte : Die meisten Bürger halten sich an die Einschränkungen

Die Menschen in NRW halten sich in den allermeisten Fällen an die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus, wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte. Dennoch seien rund 2.000 Leute in den ersten Tagen nach Verhängung drastischer Corona-Maßnahmen in knapp 250 Fällen bei Verstößen erwischt worden.

So etwa rund 20 Menschen, die auf einem Spielplatz in Bochum Fitnessübungen gemacht hatten - und sich dann noch weigerten, die verbotene Ansammlung aufzulösen. Oder die ältere Dame in einem Kölner Supermarkt, die im Kampf um die mehr als zwei erlaubten Pakete Toilettenpapier einen handfesten Streit losbrach.

Die verhängten Maßnahmen seien schon einschneidend, sagte Reul: „Aber ich denke, wenn man jetzt einen Menschen hätte, der auf der Intensivstation liegen würde, hätte man auch den Wunsch, dass hart durchgegriffen wird.“ Die Aachener Staatsanwaltschaft richtete sogar ein Sonderdezernat zur schnellen Verfolgung von Straftaten in Zusammenhang mit der Corona-Krise ein. Also etwa Diebstahl von Schutzkleidung, Betrug an alten Menschen oder gesundheitliche Gefährdung. Die Coronavirus-Krise hat zumindest bei der Kriminalitätsbekämpfung offenbar einen positiven Effekt, wie Reul deutlich machte. So scheinen Straftaten in einigen Bereichen wie Taschendiebstähl, Einbrüche und Raub gesunken zu sein. Auch habe es bislang weniger Verkehrstote im März gegeben.

Eine überraschende Nachricht kam aus Menden: Zur zwangsweisen Unterbringung möglicher Corona-Quarantäne-Brecher hat die Stadt in einer Turnhalle ein vorsorgliches Lager eingerichtet. Es solle in erster Linie der Abschreckung dienen, sagte Sebastian Arlt, Corona-Krisenstabsmanager der Stadt im Sauerland. 17 Feldbetten stehen dort für den Fall zur Verfügung, sollten sich mit dem Coronavirus Infizierte oder unter häusliche Quarantäne gestellte Verdachtsfälle nicht an die Isolationsauflagen halten.

(dpa)