Die Höchsttemperatur von 36,8 Grad wurde in Düsseldorf gemessen

Fast 37 Grad in Düsseldorf : Heißester Tag des Jahres in NRW

Den bislang heißesten Tag des Jahres in NRW hat der Deutsche Wetterdienst am Dienstag registriert. Nach vorläufigen Zahlen wurden am Nachmittag am Düsseldorfer Flughafen 36,8 Grad gemessen. Dies bedeute einen neuen Stationsrekord für Juni, sagte DWD-Meteorologe Erwin Hafenrichter in Essen. Der bisherige Höchstwert lag bei 35,2 Grad.

Von der höchsten jemals in einem Juni in NRW gemessenen Temperatur blieb der Wert aber noch ein Stück entfernt: In Herten im Kreis Recklinghausen hatte das Thermometer im Juni 2002 genau 38,3 Grad angezeigt. Bestätigt sich der Düsseldorfer Messwert, wäre dies auch die höchste am Dienstag vom DWD in Deutschland gemessene Temperatur und der bisherige Jahres-Höchstwert bundesweit.

Sehr warm wurde es am Dienstag auch in Duisburg (35,9 Grad) und Werl (Kreis Soest) mit 35,0 Grad. In den kommenden Tagen lässt in Nordrhein-Westfalen die Temperatur wieder etwas nach. Am Mittwoch werden höchstens noch 34 Grad erreicht, am Donnerstag maximal 29 Grad. In der Nacht wird es jeweils deutlich kühler.

An vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen gab es Hitzefrei. Am Stadtgymnasium Detmold durften die Schüler der Sekundarstufe I nach der 6. Stunde gehen, am Helmholtz-Gymnasium Essen bereits nach der 4. Stunde. Dies ist dort auch für Mittwoch geplant, sagte dessen stellvertretender Schulleiter Rainer Severin. Für die Schüler der Sekundarstufe II fand Unterricht nach Plan statt - „in kühleren oder nicht ganz so heißen Räumen“. Der entsprechende Erlass des Landes sieht kein Hitzefrei für die Oberstufe vor. An Grundschulen mit Ganztagsbetreuung gab es mancherorts verkürzte Unterrichtsstunden.

Ein Bahnsprecher berichtete von kleineren hitzebedingten Störungen im Nahverkehr, vor allem an Dieselfahrzeugen. Betroffen seien „ein paar Linien“ der DB Regio. Einige Züge seien in Bahnhöfen stehen geblieben, aber nicht auf freier Strecke. Nähere Angaben machte die Deutsche Bahn zunächst nicht.

Ansonsten wurde zunächst nichts von größeren Problemen bekannt. „Der Verkehr läuft normal. Die Klimaanlagen brummen“, hieß es bei der Landesleitstelle der Polizei. Auch der Flugbetrieb am Düsseldorfer Airport lief nach Angaben eines Sprechers nach Plan. Keine Störungen meldete auch das Nahverkehrsunternehmen Rheinbahn in Düsseldorf. In der Notaufnahme der Essener Uniklink gab es nach Angaben eines Sprechers „ein bisschen mehr zu tun“.

Abkühlung versprechen in diesen Tagen viele Kirchen wie etwa der Kölner Dom. Darin herrschten am Dienstag angenehme 21 Grad. Wer beim Besuch allzu leicht bekleidet ist, bekommt von den Domschweizern, den Ordnungshütern im Dom, ein Tuch in die Hand, um etwa die freien Schultern zu bedecken. Die Tücher werden am Ausgang wieder abgegeben. Das Tragen von Shorts sei kein Problem, sagte ein Domsprecher.

Der Naturschutzbund Nordrhein-Westfalen rief dazu auf, Vogeltränken aufzustellen. Gerade in den Städten fehlten für viele Tiere Möglichkeiten, ihren Durst zu stillen. Die Wasserstellen müssten allerdings täglich gereinigt und das Wasser gewechselt werden, da die Vögel auch gerne darin badeten. Allzu schnell könnten sich sonst Krankheitserreger vermehren.

(dpa)
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