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Vorbereitungen in Aachen und Düren: Die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft

Vorbereitungen in Aachen und Düren : Die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft

Die Feuerwehren in der Region stecken mitten in den Vorbereitungen für die erwartete stürmische Nacht. Mobile Schnelltestzentren werden vorsorglich geschlossen. Die Müllsammlung bereitet Kopfschmerzen.

Nach den ersten Warnungen des Deutschen Wetterdienstes vor Orkanböen ab Mittwochabend liefen die Vorbereitungen bei den Feuerwehren in der Region ab Vormittag auf Hochtouren. Kettensägen wurden auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft und Benzin nachgefüllt, Seilwinden gecheckt, Schutzausrüstung kontrolliert.

Nach Angaben einer Sprecherin der Städteregion Aachen hat es bereits am Dienstagabend die erste Besprechung mit den Leitungen der Feuerwehren gegeben, in denen die Vorplanung abgestimmt worden sei. Auch mit den Technischen Hilfswerk sei die Abstimmung gelaufen. Am Mittwochnachmittag folge noch eine weitere Abstimmungsrunde mit der Leitstelle und der Feuerwehr Aachen „um die Planungen optimal zu verzahnen“. Um 18 Uhr werde dann in Simmerath das Lagezentrum seinen Betrieb aufnehmen. „Darin sind alle relevanten Akteure des Katastrophenschutzes involviert“, sagte Barbara van Rey.

„Die Mannschaften sind in Vorbereitung, um vor die Lage zu kommen“, sagte der Lagedienstführer der Aachener Berufsfeuerwehr, Ralf Johnen, am Mittwochvormittag. Nach den Sturmereignissen der vergangenen Jahre sei dabei inzwischen eine gewisse Routine eingekehrt. „Auch die Einsatzführer der freiwilligen Feuerwehren gehen inzwischen selbstständig das Equipment durch, das aus Erfahrung bei Sturmeinsätzen benötigt wird.“

Die Personalplanung für die nächsten drei Tage in Aachen war am Mittwochnachmittag festgezurrt. „Wir sind vollzählig und können auf 600 aktive freiwillige Feuerwehrleute in der Stadt zurückgreifen“, sagte Johnen. Die Städteregion Aachen meldet für den Altkreis Aachen einen coronabedingten Ausfall von weniger als zehn Prozent der Einsatzkräfte. „Die Personalsituation ist noch auf einem guten Niveau“, hieß es.

Bei der Feuerwehr Alsdorf rechnet man gar mit einem bis zu fünftägigen Dauereinsatz mit mehreren Spitzen. Feuerwehr, THW und DRK, so berichtet Wehrsprecher Christoph Simon, hätten mögliche Einsatzszenarien vorbereitet, inklusive Verpflegung für bis zu 120 Kräfte und die Gewährung von Erholungsphasen während der kommenden Tage.

Im Kreis Düren gibt es zumindest eine leichte Entwarnung. „Heute um 10.43 Uhr wurde vom Deutschen Wetterdienst die bislang bestehende Vorabinfo über Unwetter mit Orkanböen für den Kreis Düren aufgehoben“, teilt Kreissprecher Ingo Latotzki mit. Aktuell gelte nur eine Warnung vor „markantem Wetter“, was der Warnstufe 2 entspreche.

Gleichwohl bereitet man sich auf unruhige Stunden und Tage vor. So überprüfe man derzeit beispielsweise im Amt für Bevölkerungsschutz alle technischen Systeme an den Plätzen, an denen Anrufe entgegengenommen werden. Feuerwehr und Rettungsdienste seien in erhöhter Einsatzbereitschaft und beobachteten ständig die Lage. „Personal kann jederzeit und nach Bedarf angepasst werden“, sagt Latotzki.

Das Deutsche Rote Kreuz in der Städteregion Aachen reagierte bereits am Morgen mit einer Vorsichtsmaßnahme auf die Sturmwarnungen. Bis einschließlich Freitag sind laut Mitteilung die DRK-„Drive-In“-Corona-Testzentren geschlossen. Davon betroffen ist auch das Testzentrum im Sportpark Soers.

Das kommunale Abstrichzentrum der Städteregion am Bahnhof Rothe Erde, das PCR-Tests ohne Termin ermöglicht, schließt von Donnerstag bis Montag, da die Menschen dort draußen warten müssten und deren Sicherheit nicht garantiert werden könne, hieß es. Auch das Drive-in-Testzentrum in Richterich, Roermonder Straße 615, teilt auf Anfrage mit, dass es am Donnerstag ganztägig und am Freitag bis 14 Uhr den Betrieb aufgrund der Sturmwarnung einstellen werde.

Das Sanitätshaus Koczyba, das am Aachener Tierpark ein Testzelt betreibt, hat mit Blick auf den Sturm die Taskforce-Gruppe „Sturmwarnung“ gegründet, um eine enge Kommunikationskette zu bilden. „Hier wird dann kurzfristig, aufgrund der jeweiligen Fakten-Lage, über Öffnung oder Nicht-Öffnung entschieden“, teilt Kai Berger, Bereichsleiter Homecare, auf Anfrage mit. Kurzfristig reagieren will auch Apotheker Steffen Kuhnert, Betreiber des Drive-in-Testzelts auf dem Parkplatz des Hirsch-Centers, Elsassstraße 139. Bis dato hätten die Zelte alle Stürme der vergangenen Monate gut überstanden.

Der Aachener Stadtbetrieb bat am Mittwoch alle Bürgerinnen und Bürger, deren Mülltonnen und gelbe Säcke am Donnerstag abgeholt werden, diese erst am Morgen an die Straße zu stellen und nach der Leerung „möglichst umgehend“ wieder an den angestammten Platz zu holen, damit der Wind sie nicht umherwehen kann. Sollte der Sturm im Verlauf des Tages stärker werden, könne es zu Verzögerungen der Abholung kommen.

Am Mittag warnte der DWD vor allem Menschen im Norden und Osten von Nordrhein-Westfalen vor orkanartigen Böen am Donnerstag. Aber auch im Rest von NRW könne es in der Nacht zu Donnerstag Sturmböen geben. Der DWD warnte bei orkanartigen Böen vor entwurzelten Bäumen und beschädigten Dächern. „Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände“, schrieb der Wetterdienst. Gegenstände im Freien sollten gesichert und ein Aufenthalt im Freien möglichst vermieden werden. Die amtliche Unwetterwarnung gilt laut Homepage zunächst bis Donnerstag um 15 Uhr. Aber auch am Freitag rechnet der DWD noch mit stürmischem Wetter.

(cs/akas/pa/os)