Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker im Aachener Dom

Die 12 Cellisten aus Berlin: Benefiz-Premiere in Aachens Dom

Besuch aus Berlin im Aachener Dom: Das Ensemble „Die 12 Cellisten“ wird im Juni im Mittelpunkt eines Benefizkonzertes stehen, das Konsul Klaus Pavel finanziert.

Dompropst Manfred von Holtum schließt für einen Moment die Augen, um sich zu konzentrieren: „Ich kann mir diesen außergewöhnlichen Klang im Dom gut vorstellen“, sagt er. „Wir haben schon viel erlebt, aber das ist erneut eine Premiere!“ „Die 12 Cellisten“ der Berliner Philharmoniker kommen zusammen mit dem Trompeter und Komponisten Markus Stockhausen am Sonntag, 2. Juni, 19.30 Uhr, in den Aachener Dom.

„Auch für uns ist das ein außergewöhnliches Gastspiel“, sagt Martin Menking (51), Cellist und Geschäftsführer des Ensembles. Das Benefizkonzert zu Gunsten des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, das in Zusammenarbeit mit dem Domkapitel stattfindet, wird mit rund 50.000 Euro von der Familie von Konsul Klaus Pavel finanziert. „Mir und meiner Frau ist es schon lange ein Anliegen, die Arbeit des Kindermissionswerkes zu unterstützen, und gleichzeitig etwas für den Dom zu tun“, sagt der brasilianische Honorarkonsul, der in Aachen eher als Pferdesport-Funktionär und aktiver Förderer des Reitturniers CHIO bekannt ist.

Doch der Sohn eines Berliner Unternehmers hat noch eine andere Liebe – die zu seiner Geburtsstadt. „Berlin und Aachen, die Berliner Philharmoniker und Musik im Dom, das war unsere Idee.“ Und da hat er nicht locker gelassen, denn so einfach ist es nicht, die berühmten zwölf Cellisten unter dem Barbarossaleuchter zu vereinen. Zudem wird ein Aachen-Gastspiel mindestens zwei freie Spieltage bedeuten – schließlich kann man es sich nicht mit den Philharmonikern verderben. Das ist jetzt geklärt, und alle sind begeistert.

Um zu testen, ob der Dom – trotz 1200jähriger Historie – ein guter Ort für die Cellisten ist, reiste Martin Menking, selbst Cellist und Geschäftsführer des Ensembles, nach Aachen. „Wir spielen normalerweise in Konzertsälen“, sagt er. „Zwölf Celli brauchen bestimmte Bedingungen beim Aufbau.“ Doch was bereits in der Dresdner Frauenkirche und im Dom San Marco in Venedig gelungen ist, wird auch in Aachen möglich sein. „Wir müssen so sitzen, dass selbst die beiden äußersten Musiker in der Runde einander noch hören und sehen“, erklärt Menking. „Harmonie ist entscheidend, sonst läuft der Klang auseinander.“

Mit dem Nachhall im Dom wird man zurechtkommen und aus diesem Grund festliche, nicht so schnelle Stücke ins Programm aufnehmen, das ansonsten vom Barock geprägt sein wird.

Schwerpunkt Barock

„Wir richten uns gern nach der Umgebung, in den Dom passt Barockmusik ganz wunderbar“, meint Menking. Er und seine elf Mitstreiterinnen und Mitstreiter freuen sich nicht nur auf das Engagement. „Ich selbst komme aus Münster, viele in unserer Gruppe haben in Köln studiert, aber den Aachener Dom kennen wir noch nicht“, gesteht er. Gespielt wird vorrangig auf historischen Instrumenten des 17. und 18. Jahrhunderts, das älteste Cello hat das Baujahr 1680.

Der Kontakt zum Trompeter Markus Stockhausen aus Köln - seine Schwester Majella Stockhausen ist Ensemblepianistin der Philharmoniker - hat für Pavel und seine Idee einen guten Effekt: „Er wird eine weitere Farbe ins Programm bringen“, schwärmt er jetzt schon. Zudem wird der Trompeter auch eigene Kompositionen im Gepäck haben.

Nach der Aufführung der Händel-Oper „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ im Dom erhofft sich das Domkapitel ein nun weiteres spektakuläres Musikerlebnis. „Ein kostbares Gebäude, ein erlesenes Ensemble“, betont der Dompropst. „Hier kann man erneut Raum und Klang perfekt miteinander verbinden.“

Die „12 Cellisten“ der Berliner Philharmoniker gibt es bereits seit 1972 – von den Gründern sitzt inzwischen keiner mehr in der Runde, aber am Weiterbestehen gab es nie Zweifel. Damals suchte der österreichische Rund funk eine Cellisten-Gruppe, die den „Hymnus für 12 Celli“ des Komponisten Julius Krengel (1859-1933) einspielen konnte. Das war die Geburtsstunde der Berliner.

„Und wir haben nur drei Ehrengäste“, versichert Pavel. „Den Dompropst, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Oberbürgermeister Marcel Philipp. Wir setzen auf Spenden.“

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