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Jülich: Deutsche Granate explodiert am Forschungszentrum Jülich: Zwei Verletzte

Jülich : Deutsche Granate explodiert am Forschungszentrum Jülich: Zwei Verletzte

Zwei junge Männer aus Jülich sind bei der Explosion einer Sprenggranate in einem Waldstück am Forschungszentrum Jülich am Mittwochnachmittag verletzt worden. Einer von ihnen, ein 18-Jähriger, hat nach Polizeiangaben schwere Verletzungen davongetragen, zum Zustand des 19-Jährigen konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

Befragt hatte die Polizei die beiden Männer auch am Donnerstag noch nicht, die medizinische Versorgung habe Vorrang. Nach Auskunft des Kampfmittelräumdienstes handelte es um eine deutsche Sprenggranate des Kalibers 7,5 Zentimeter. Artilleriegeschosse dieser Art wurden im Zweiten Weltkrieg eingesetzt, um feindliche Panzer zu beschießen.

Bislang ist unklar, was genau im Wald in der Nähe des Forschungszentrums passiert ist. Der Unfallort befindet sich offenbar am Fundament einer Baracke, in der während des Zweiten Weltkriegs die Zwangsarbeiter des Lagers Iktebach untergebracht waren. Die Fläche war hart umkämpft - auch, weil in unmittelbarer Nähe auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks zwei deutsche Flaktürme standen.

Deswegen ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei der Granate um ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Ende September 1944 hatte es schon schwere Kämpfe an dieser Stelle gegeben, erst Ende Februar 1945 fiel Jülich in die Hände der Alliierten.

Die Explosion gegen 16.10 Uhr war im nahegelegen Ausbildungszentrum des Forschungszentrums deutlich zu hören, wie mehrere Ohrenzeugen berichteten.

Nach Auskunft des NRW-Innenministeriums hatte es im Regierungsbezirk Köln im vergangenen Jahr mehr als 6000 zufällige Funde von Sprengkörpern gegeben. 1363 davon seien Bomben gewesen, 3860 Granaten, 345 Handgranaten, 125 Minen und 353 sonstige Sprengmittel.

Der Kampfmittelräumdienst weist darauf hin, dass derartige Funde auf keinen Fall aufgehoben, ausgegraben oder mitgenommen werden dürfen. Die Sprengkörper seien auch über 70 Jahren nach dem Krieg noch explosiv. Die Finder sollen sie liegen lassen und die Polizei informieren.