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Stationär oder zu Hause: Deutliche regionale Unterschiede bei Pflegeformen

Stationär oder zu Hause : Deutliche regionale Unterschiede bei Pflegeformen

Wer pflegebedürftig wird, bekommt seit 25 Jahren Unterstützung durch die Pflegeversicherung. Ob nun stationäre Pflege oder eine Betreuung in den eigenen vier Wänden - es gibt regionale Abweichungen. Die Kosten sind überall ein Problem.

In Nordrhein-Westfalen gibt es Unterschiede in der Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Im Norden und Nord-Osten sei der Anteil der stationären und teilstationären Pflege wesentlich höher, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit in Düsseldorf mit. „So werden beispielsweise im Kreis Lippe 42 Prozent, in Heinsberg hingegen nur 24 Prozent in Heimen und

Einrichtungen betreut“, berichtete die Krankenkasse. Im Rheinland würden insgesamt deutlich mehr Pflegebedürftige in eigenen Haushalt durch Angehörige versorgt, als etwa in Westfalen-Lippe.

25 Jahre nach der bundesweiten Einführung legte die Krankenkasse einen Pflegereport für NRW mit regionalisierten Daten bundesweiter Untersuchungen und Umfragen aus den Jahren 2018 und 2019 vor. Die 1995 eingeführte Pflegeversicherung soll unterstützen, wenn Menschen pflegebedürftig werden.

„Die Kosten der Pflege sind in NRW, dem Bundesland mit den
vergleichsweise höchsten Belastungen in den stationären Einrichtungen
aus Sicht der Bevölkerung ein Problem“, erklärte die Krankenkasse mit rund 1,1 Millionen Versicherten in NRW. Zwei Drittel der Befragten gaben an, die Pflege selbst zu übernehmen, da sie sich Hilfe von außen nicht leisten könnten. Nur 24 Prozent meinten, dass Kinder für die Pflegekosten der Eltern aufkommen müssten. In NRW meine knapp die Hälfte der Befragten, dass die Pflegebeiträge steigen werden, jedoch sei nur ein Viertel bereit, diese auch zu zahlen.

Laut der von dem Pflegeexperten Prof. Thomas Klie verfassten Studie werden in NRW gut 72 Prozent aller auf Pflege angewiesenen Menschen in der eigenen häuslichen Umgebung von Pflegern, Angehörigen oder beiden versorgt. „Damit liegt Nordrhein-Westfalen recht hoch im Grad der häuslichen Versorgung“, heißt es in der Studie des Wissenschaftlers von der Evangelischen Hochschule Freiburg. Bei der Qualitätseinschätzung der Pflege vor Ort sähen die Bürger dort den Mangel an Fachkräften als Problem. Die Qualität von Pflegeheimen und Pflegediensten werde von knapp der Hälfte der Bevölkerung als „gut“ bezeichnet.

Der Leiter der DAK-Landesvertretung in Nordrhein-Westfalen, Klaus Overdiek, mahnte bei der Politik weitere Maßnahmen an. Die Qualität und die hohen Kosten der Heimpflege seien Ansatzpunkte für Reformen. „Aktuell verfehlt die Pflegeversicherung ihren Gründungsgedanken, die Menschen im Pflegefall vor einem Armutsrisiko zu bewahren und die Kosten der Pflege fair zwischen Beitragszahlern, Steuerzahlern und Pflegebedürftigen zu verteilen“, meinte Overdiek.

(dpa)