Aachen: Der RWTH-Rektor hat die nächste Exzellenz fest im Blick

Aachen: Der RWTH-Rektor hat die nächste Exzellenz fest im Blick

Beinahe hätte am Freitagabend ein kleiner humanoider Roboter namens Pepper der Wissenschaft die Schau gestohlen. Doch RWTH-Kanzler Manfred Nettekoven, der den kurzweiligen Rück- und Ausblick „RWTHtransparent“ moderierte, schickte den vorwitzigen Gastgeber flugs zurück in seine Grundeinstellung.

Damit war die Bühne in der Aula des RWTH-Hauptgebäudes frei für die Forscher und ihre Leistungen, die geehrt werden sollten. Bestens gelaunt blickte Rektor Ernst Schmachtenberg zusammen mit Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp auf ein äußerst erfolgreiches akademisches Jahr zurück.

Was haben Aachener Forscher 2017 nicht alles auf die Beine gestellt? Allen voran der e-GO, das Elektroauto aus Aachen, das 2017 in Produktion gegangen ist und im Juni auf der Cebit in Hannover vorgestellt wurde. Die Chancen, dass Aachen wieder ein Automobilstandort werden könnte, stünden tatsächlich nicht schlecht, sagte Philipp, worauf Schmachtenberg parierte: „Ganz ehrlich, das war nie unsere Absicht“.

Weitere Highlights des Jahres: die Einweihung des Clusters Produktionstechnik auf dem Campus Melaten, die Forschungskooperation mit der FH Jülich unter dem Namen Jara, die schon zehn Jahre besteht, und wie immer, das Graduiertenfest, das laut Philipp die Hochschulstadt Aachen so schön in Szene setzt wie kein anderes Event.

Nicht zu vergessen ein paar Zahlen: 45.377 Studierende, 1000 Doktoranden, 8000 Erstsemester, „alles nette junge Leute“, wie Schmachtenberg sagte und damit auf die oft ausufernden Ersti-Partys anspielte. Des Weiteren durfte sich die Hochschule über 350 Millionen Euro Drittmittel freuen, drei europäische Forschungs-Grants und zwei Humboldt-Professuren — womit sich die RWTH auf Platz 79 im weltweiten Times Education Ranking (THE) katapultierte.

Doch es gibt auch noch viel zu tun: Vor allem gilt es, im November 2019 die nächste Exzellenz zu erringen. Fünf Anträge reicht die RWTH dazu am 21. Februar ein, der Rektor gab sich zuversichtlich: „Es müsste gutgehen.“

Auch an Ehrungen mangelte es nicht: Für ihre hervorragende Lehre erhielt die RWTH den erstmals in Deutschland vergebenen Genius-Loci-Preis, der Brigitte-Gilles-Preis ging an ein Projekt des Instituts für Pflanzenphysiologie mit der St.-Angela-Schule in Düren, den Innovation Award heimsten gleich drei RWTH-Jülich-Teams ein: TorqueWerk (Platz 1) entwickelte Elektromotoren für den Maschinenbau, OrganoGlas (Platz 2) erfand flexibles Glas für Auto und Flugzeug und Flexpad (Platz 3) punktete im Bereich der Antriebstechnik.

Lehrpreise gingen unter anderem an: Prof. Emanuel Richter für sein interdisziplinäres Projekt „Leonardo“ und den Elektrotechniker, Prof. Christoph Junge-mann, für seine „kompetente und verständliche Art der Wissensvermittlung“.