Nieuwstadt: Der Rocker-Krieg eskaliert

Nieuwstadt: Der Rocker-Krieg eskaliert

Der Rockerkrieg im deutsch-niederländischen Grenzgebiet eskaliert. Nur eine Woche nach dem Sprengstoff-Anschlag in Nieuswstadt wurde am vergangenen Wochenende erneut eine Attacke auf die Wohnung des Chefs des ersten niederländischen Bandidos-Chapters verübt.

Der Ort ist nur wenige Kilometer von Tüddern im Selfkant entfernt. Verletzt wurde bei der Attacke niemand, doch Anwohner sind nach dem zweiten Anschlag innerhalb weniger Tage in heller Aufregung. Das Reihenhaus, in dem der Rocker wohnt, aber auch Nachbarhäuser und mehrere Autos wurden bei der Explosion beschädigt.

„Vergangene Woche waren die Anwohner erschrocken“, sagt der Bürgermeister von Echt-Susteren, Jos Hessels: „Jetzt haben sie Angst.“ Als ersten Schritt beschlossen Bürgermeister, Polizei und Staatsanwaltschaft unter anderem, die Wohnstraße des Rockers permanent zu überwachen und sie nachts taghell zu beleuchten. Die Täter sind bislang unbekannt.

Harrie R., dessen Wohnung Ziel der Anschläge war, steht im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Der Rocker war früher Mitglied der Hells Angels und saß jahrelang wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Drei Hells-Angels-Mitglieder waren im Jahr 2004 tot in Echt aufgefunden worden. Anders als andere Gangmitglieder wurde er nicht freigesprochen.

Später war R. Mitglied der Gang No Surrender. Mit der Gründung der Bandidos-Gruppe in Sittard, deren Chef R. ist, gehen die Rocker auf Konfrontationskurs zu den Hells Angels, die seit Jahren den deutsch-niederländischen Grenzraum als ihr Gebiet betrachten. Zudem agieren mit Satudarah und No Surrender weitere Rockergangs in Limburg.

Dass die Bandidos in Sittard aktiv werden, beobachtet die niederländische Polizei mit großer Besorgnis. Die Rivalität zwischen den Rockerclubs ist groß.

Mehr von Aachener Zeitung