Sonnenwagen: Der neue Solar-Flitzer nutzt auch den Wind

Sonnenwagen : Der neue Solar-Flitzer nutzt auch den Wind

Der Covestro Sonnenwagen der nächsten Generation startet bei der World Solar Challenge. Entwickelt wurde der Wagen von 45 Studierenden der RWTH und FH.

Noch ist der neue Sonnenwagen von einer Plane verhüllt, da wird er schon mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht. Das Fahrzeug trage „die Marke RWTH Aachen in die Welt“ hinaus, sagt TH-Rektor Ulrich Rüdiger. Sein Amtskollege Marcus Baumann, Rektor der Fachhochschule Aachen, erinnert an den Anteil der FH an dem Gefährt, das in „hochschulübergreifender Zusammenarbeit“ entstanden sei.

Und Ministerpräsident Armin Laschet. der als Ehrengast zur Präsentation in die Aachener TH-Aula gekommen ist, sortiert das Projekt ein in die Entwicklung der Elektromobilität, wo „Aachen vorne mit dabei ist“. Er werde künftig überall im Land, aber auch im fernen Berlin vom Streetscooter, vom Aachener Elektroauto e.GO und eben auch vom Sonnenwagen erzählen.

Er wird dann etwas weiter ausholen müssen, weil der am Montag enthüllte Sonnenwagen der nächsten Generation eine längere Vorgeschichte hat. Mit dem Vorgängermodell des solarbetriebenen Rennwagens war ein Team von Aachener Studierenden bei der World Solar Challenge in Australien 2017 als „bester Newcomer“ aufgefallen, im Jahr darauf erreichten sie bei der European Solar Challenge den dritten Platz. Für die nächste World Solar Challenge, die im Oktober von Darwin im Norden Australiens über rund 3000 Kilometer nach Adelaide im Süden führt, hat die 45-köpfige Truppe den neuen „Covestro Sonnenwagen“ – benannt nach dem Hauptsponsor – konstruiert.

Anders als der Vorgänger, der die Form eines Katamarans hatte, gleicht der Neue eher einem Pfeil. Für flotten Vortrieb soll nicht nur ausgefuchste Elektrotechnik sorgen, sondern auch der Wind: Weil die Hinterräder lenkbar sind, lässt sich der Flitzer schräg manövrieren, um den natürlichen Schub besser auszunutzen. Fahrerisch könnte das eine Herausforderung sein, ahnen die Konstrukteure.

„Heil ankommen“ sei ganz wichtig, meint FH-Rektor Baumann, aber als Erste anzukommen, „ist auch ein bisschen wichtig“.

(wb)
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