Aachen/Eschweiler: Der Erpresser, seine Kinder und das Urteil

Aachen/Eschweiler : Der Erpresser, seine Kinder und das Urteil

Thomas R. hatte sich die Sache etwas anders vorgestellt, und als Richter Jürgen Beneking am Montag nach der Verkündigung des Urteils den Prozess beendete, schaute Thomas R. ungläubig zum Richtertisch. R. hatte erwartet, dass dem Mann, der ihn und seine Familie erpresst hatte, rigoros der Prozess gemacht würde, dass ein strenger Richter mit einem harten Urteil gutmachen würde, was Thomas R. und seine Familie hatten erleiden müssen.

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p class="text"> Was dann vor Gericht passierte, befremdete Thomas R., da nichts von dem eintrat, was er erwartet hatte. Der Mann, der Familie R. und zwölf weitere zu erpressen versucht hatte, muss für zwei Jahre und neun Monate in Haft. Für Thomas R. „eine Farce“. <span style="color: rgb(0, 0, 0);">Thomas R. ist nicht der Einzige, der sich falsche Vorstellungen davon macht, wie ein Strafprozess verhandelt wird. Das geht vielen Menschen so, die als Opfer oder Angehörige von Opfern das erste Mal in ihrem Leben einen Gerichtssaal betreten. In der Tat spielen die Opfer vor Gericht nur selten eine übergeordnete Rolle. Das deutsche Strafrecht ist ein sogenanntes Tatstrafrecht, bei dem der Täter und nicht die Opfer im Mittelpunkt vieler Erwägungen des Gerichtes steht.

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