Eschweiler: Deniz Yücel erhält den Europäischen Sozialpreis

Eschweiler: Deniz Yücel erhält den Europäischen Sozialpreis

„Pressefreiheit ist unentbehrlich. Sie gehört zur Identität unserer Demokratie. Pressefreiheit muss wach halten, manchmal sensibel, manchmal laut, manchmal beides, jedoch nie angepasst. Journalisten mit diesem Selbstverständnis sind Servicekräfte der Demokratie.“

Professor Bernd Mathieu, Chefredakteur der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten, begründete am Dienstagnachmittag im Eschweiler Ratssaal eindrucksvoll, weshalb der alljährlich dort verliehene Europäische Sozialpreis keinem besseren Preisträger hätte verliehen werden können als dem „Welt“-Korrespondeten Deniz Yücel, der seit Februar ohne Anklage in türkischer Einzelhaft sitzt.

Anstelle von Deniz Yücel nahm seine Schwester Ilkay Yücel den Preis entgegen. Foto: Rudolf Müller

Die jetzige Auszeichnung, so Mathieu, sei ein Mutmacher, setze ein Zeichen für die Presse- und Medienfreiheit, die in der Türkei und an vielen Orten der Welt mit Füßen getreten werde.

Anstelle von Deniz Yücel nahm seine Schwester Ilkay Yücel den Preis entgegen. Foto: Rudolf Müller

Voll besetzt war der Ratssaal, als Peter Schöner, dessen Europaverein den Europäischen Sozialpreis ins Leben gerufen hat, dort nicht nur etliche Preisträger der zurückliegenden Jahre begrüßte. Neben Bernd Mathieu brach auch taz-Redakteurin Doris Akrap eine Lanze für Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Schulfreundin und langjährige Kollegin von Deniz Yücel, Mitinitiatorin der inzwischen bundesweiten Kampagne „ #Free Deniz - Freiheit für alle inhaftierten Journalist/innen weltweit“ , zeichnete nicht nur ein Bild des Inhaftierten und seines sozialen Engagements, sie wandte sich auch an „AfD, Erdogan, Trump“ und andere, die eine freie Presse als Bedrohung empfinden: „Denen, die denken, dass sie uns schon zum Schweigen bringen, kann ich nur eines sagen: Vergesst es!“

Anstelle von Deniz Yücel nahm seine Schwester Ilkay Yücel den Preis entgegen.

(rpm)