Krefeld/Duisburg: Defekt an Förderband soll Großbrand in Krefeld ausgelöst haben

Krefeld/Duisburg: Defekt an Förderband soll Großbrand in Krefeld ausgelöst haben

Zwei Tage nach dem Großbrand in einer Düngemittelfabrik in Krefeld hat die Polizei erste Hinweise auf die Brandursache. Ein technischer Defekt an einem Förderband habe „mit einiger Wahrscheinlichkeit” das Feuer ausgelöst.

Das habe die Auswertung von Fotos ergeben, die eine Drohne in der ausgebrannten Lagerhalle gemacht habe, teilte die Krefelder Polizei am Donnerstag mit. Brandsachverständige konnten diesen Teil der Halle aus Sicherheitsgründen noch nicht betreten.

Nach Schilderungen von Mitarbeitern des Düngemittelherstellers Compo sei das Feuer in einem Teil der Anlage ausgebrochen, der für die Beschäftigten nicht zugänglich war. Da sich in diesem Bereich nur Förderbänder befinden, hätten sich die Brandermittler auf diese Technik konzentriert, teilte die Polizei weiter mit. Nach dem gegenwärtigen Ermittlungsstand gebe es keinerlei Anhaltspunkte für eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung. Bei dem Brand am Dienstag war stundenlang eine dicht Rauchwolke über den Rhein in Richtung Ruhrgebiet gezogen.

In Krefeld und den Nachbarstädten entspannte sich die Lage weiter. Mit dem Ende der Löscharbeiten rechnete die Stadt Krefeld am späten Donnerstagnachmittag. Aus diesem Grund hob Duisburg die vorsorgliche Schließung von Schulen und Kindergärten in einigen südlichen Stadtteilen auf, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Am Donnerstag waren die Einrichtungen noch geschlossen geblieben.

Weiterhin blieben alle Messungen der Luft auf Schadstoffe unter den gesetzlichen Vorgaben, wie die Städte Krefeld und Duisburg übereinstimmend berichteten. Nach Angaben aus Krefeld lagen die Werte zeitweise unter der Nachweisgrenze.

Für den Straßenverkehr gibt es weiterhin aber Einschränkungen. Gesperrt blieb die Rheinbrücke der Bundesstraße 288. „Wegen der anhaltenden Löscharbeiten können wir eine Sichtbehinderung der Autofahrer nicht ausschließen”, sagte ein Stadtsprecher in Krefeld. Auch die Abfahrt Krefeld-Zentrum der A57 bleibt in Richtung Uerdingen weiterhin dicht.

Bei den Löscharbeiten hätten sich am Mittwoch drei Menschen leicht verletzt. Zwei Helfer des Deutschen Roten-Kreuzes (DRK) waren mit Schwefelsäure in Kontakt gekommen, ein Feuerwehrmann musste mit Rauchgasvergiftung behandelt werden, teilte die Stadt Krefeld mit.