Düsseldorf: Das Schaufenster des Golfsports feiert 20. Geburtstag

Düsseldorf : Das Schaufenster des Golfsports feiert 20. Geburtstag

Golf hat sein Image des Sports der Schönen und Reichen längst abgelegt. Gemessen an den Aktiven gehört Golf zu den zehn beliebtesten Sportarten der Deutschen. Mit rund 650.000 Mitgliedern rangiert Golf auf Platz acht vor Schwimmen, Tischtennis, Ski und Volleyball.

Es gibt mittlerweile viermal so viele Golfer wie Segler. Für immer mehr Freizeitsportler gehört der Versuch, mit möglichst wenigen Schlägen einen kleinen weißen Ball in ein mehrere hundert Meter entferntes Loch zu befördern, längst zum Alltag.

Das sah vor 20 Jahren noch ganz anders aus. Als Michael Jacoby 1998 die Entscheidung fällte, ein Jahr später die erste „Rheingolf“-Messe zu organisieren, schickte sich der Deutsche Golf Verband gerade an, die „Schallmauer“ von 300 000 Mitgliedern zu durchbrechen. „Es war Leidenschaft. Mit Vernunft hatte das weniger zu tun“, erklärt der 55-jährige Kölner rückblickend.

Zwölf Aussteller zeigten damals in der Stadthalle von Pulheim auf 210 Quadratmetern, was Golf damals zu bieten hatte. 1000 Besucher interessierte das. Wenn an diesem März-Wochenende die „Rheingolf-Messe“ zum 20. Mal ihre Pforten öffnet, dann präsentieren sich auf dem trendigen „Areal Böhler“ in Düsseldorf 216 Aussteller aus 24 Ländern.

Sie belegen in den ehemaligen Industriehallen auf der Grenze der Stadtteile Lörick und Meerbusch 8500 Quadratmeter. Auch die Zahl der Besucher hat sich vervielfacht. Messe-Chef Jacoby rechnet mit mehr als 17.000 Interessenten. Nur das Angebot ist das gleiche geblieben. Wie im ersten Jahr kommt der Kern der Aussteller aus den Bereichen Ausrüstung, Mode und Reisen.

Allerdings ist aus den anfänglichen Kramtischen ein attraktives Schaufenster des Golfsports geworden. Jacobys Messe ist mittlerweile auch ein Treffpunkt für Prominente geworden. Gleich ob Hobby-Spieler wie Fußball-Weltmeister Rainer Bonhof, Schauspieler Michael Lesch oder Profi-Golfer wie „British Open“-Sieger Paul Lawrie und Trainer-Legende David Leadbetter — sie alle lieben und schätzen „die Rheingolf“.

In zwei Jahrzehnten hat sich die Messe immer wieder anpassen müssen. 1999 gab es weder GPS-Geräte, um die Entfernung für den nächsten Schlag zu messen, noch Trackman-Daten, um das eigene Spiel zu analysieren.

„Die Messe ist aber nicht nur größer geworden“, schmunzelt Michael Jacoby (Handicap 19) ein wenig stolz, „Golf ist insgesamt leistungsorientierter geworden, so wie unsere Gesellschaft. Wir müssen da Schritt halten.“

(kjp)