Köln/Aachen: Das Rheinland wird ärmer

Köln/Aachen: Das Rheinland wird ärmer

Sozialexperten haben in Köln vor einem starken Anstieg der Armut im Rheinland gewarnt. „Fast nirgendwo in Deutschland nimmt die Armut schneller zu als hier“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, auf der Konferenz „Armut im Rheinland“ der Bundestagsfraktion der Linken.

Schneider und der Kölner Sozialwissenschaftler und Armutsforscher Christoph Butterwegge forderten, der Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich durch eine stärkere Umverteilung des Vermögens entgegenzuwirken.

Antonia Kühn vom Deutschen Gewerkschaftsbund NRW mahnte eine Anhebung der Mindestlöhne auf ein existenzsicherndes Niveau an. Butterwegge kritisierte, das Ausmaß der Armut in Deutschland werde häufig nicht wahrgenommen. Es herrsche das Bild einer nivellierten Mittelstandsgesellschaft. Dabei gebe es Regionen wie Köln und Düsseldorf, in denen es großen Wohlstand gebe, aber zugleich die Armut zunehme.

Im Großraum Köln-Düsseldorf, in dem fünf Millionen Menschen leben, sei die die Armut seit 2006 um 31 Prozent auf überdurchschnittliche 16,8 Prozent gestiegen, sagte Schneider. Der Bundesdurchschnitt beträgt 15,4 Prozent. Köln liege mit einer Armutsquote von 20,5 Prozent inzwischen auf dem Niveau des Ruhrgebiets. Der Raum Aachen stehe mit 19,7 Prozent nicht viel besser da.

(epd)
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