Bewegende Gedenkfeier auf Schalke: „Das Land verneigt sich“ vor Rudi Assauer

Bewegende Gedenkfeier auf Schalke : „Das Land verneigt sich“ vor Rudi Assauer

Bier, Bratwurst und königsblauer Himmel – so hätte es sich Rudi Assauer wohl gewünscht. Mit einer emotionalen Gedenkfeier nahm der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 am Freitag Abschied von seinem langjährigen Manager.

Neben der Familie und Freunden war auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet unter den rund 1000 Gästen in der Propsteikirche Sankt Urbanus in Gelsenkirchen. Er richtete bewegende Worte an die Trauergemeinde.

„Das Land NRW verneigt sich vor Rudi Assauer. Er war eng mit dieser Region verbunden. Er hat es geschafft, ehrliche Worte und klare Kante mit Herz und Leidenschaft zu verbinden“, sagte Laschet. Auch als er schon erkrankt war, sei er „bis zuletzt geradlinig“ geblieben und vielen Demenzkranken ein Vorbild gewesen, ergänzte der CDU-Politiker: „Er war eng mit dieser Region und mit den Fans verbunden. Wir werden ihn vermissen und sein Andenken in Ehren bewahren. Glückauf Rudi Assauer!“ Der an Alzheimer erkrankte Manager war am 6. Februar im Alter von 74 Jahren gestorben.

Neben dem Altar hatten zahlreiche Vertreter von Bundesligaclubs Kränze mit blau-weißen Schleifen und Blumen niedergelegt. Dahinter war ein großes Schwarz-Weiß-Porträt der Schalker Legende zu sehen. Assauer, wie er in Erinnerung bleibt: Stolz mit dem 1997 gewonnen UEFA-Cup auf den Schultern und dicker Zigarre im Mund. Der Ruhrkohle-Chor sang das Steigerlied und einige Fanvertreter schwenkten S04-Fahnen.

Auch Ministerpräsident Armin Laschet besuchte die Trauerfeier. Foto: dpa/Ina Fassbender

„Er war eine Symbolfigur des Ruhrgebiets und ein geachteter Repräsentant des deutschen Fußballs“, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball über Assauer, der von 1964 bis 1970 für den Revierrivalen Borussia Dortmund spielte und sowohl den DFB-Pokal (1965) als auch den Europapokal der Pokalsieger (1966) im legendären Endspiel gegen den FC Liverpool gewann. Trotz seiner großen Liebe Schalke sei Assauer Zeit seines Lebens Vereinsmitglied des BVB geblieben, lobte Rauball. „Es gab so viele Revierderbys und wir haben uns gern geneckt. Aber immer positiv. Nächstes Jahr hätten wir Rudi gern für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt“, sagte der BVB-Präsident.

Neben Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski und Vertretern von DFL und DFB waren auch Assauers langjährige Lebensgefährtin, die Schauspielerin Simone Thomalla nebst Tochter Sophia gekommen. Nach Gelsenkirchen gereist war auch Fußball-Prominenz wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß, BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Andreas Rettig, Heribert Bruchhagen, Bremens ehemaliger Torwart Dieter Burdenski und natürlich Assauers enger Freund, Schalkes „Jahrhunderttrainer“ Huub Stevens.

„Von Anfang an hatten Rudi und ich eine besondere Beziehung. Er war positiv verrückt, immer ehrlich und geradeaus, eine große Persönlichkeit. Er hat mal gesagt: Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich. Leider hat die lange Krankheit ihn geschafft“, sagte der 65 Jahre alte Niederländer in einer sehr persönlichen und bewegenden Rede, die einigen Gästen Tränen in die Augen trieb.

Neben Stevens erwiesen auch fast alle „Eurofighter“ von 1997 ihrem Manager die letzte Ehre. „Er war ein großer Glücksfall für den Club und der Architekt des modernen Schalke“, sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. „Er füllte den Raum aus, wenn er ihn betrat.“

Zum Ende der Gedenkfeier, die rund 2000 Fans in der Veltins-Arena via Live-Übertragung verfolgten, wurde das Vereinslied „Blau und Weiß, wie lieb ich dich“ gesungen. Danach tauschten die Gäste stundenlang Erinnerungen, Erlebnisse und Anekdoten im „Glückauf-Club“ der Arena aus. Bei Bier und Bratwurst - so, wie es Assauer gefallen hätte.

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(dpa)
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