Mordfall Nicky Verstappen: Das Gericht besucht den Tatort in der Brunssummerheide. Alleine.

Mordfall Nicky Verstappen : Das Gericht besucht den Tatort in der Brunssummerheide. Alleine.

Medien werden beim Ortstermin um den Tod des elfjährigen Nicky Verstappen vor 21 Jahren in der Brunssumer Heide außen vor bleiben. Dies hat ein Gericht in Den Haag am Montag entschieden.

Journalistenverbände und Presseorgane waren gegen einen Ausschluss der Öffentlichkeit vorgegangen. Laut der Tageszeitung „De Limburger“ ist das übergeordnete Landesgericht aber sicher, dass der Ortstermin auch ohne Vertreter der Öffentlichkeit sicher und ordentlich verlaufen werde. Man werde keine Informationen zurückhalten, versicherte ein Vertreter der Landesjustiz demnach.

Am Dienstag werden die rund 25 Prozessbeteiligten, darunter auch der angeklagte mutmaßliche Täter, in dem Naherholungsgebiet die drei Orte abgehen, die in dem Verfahren gegen den 55-jährigen Jos B. aus Simpelveld eine Rolle spielen: Das Sommerlager von Nicky, der Fundort seiner Leiche und eine Stelle, an der Jos B. während der Ermittlungen überprüft worden war. Er hatte seinerzeit angegeben, zu nächtlicher Stunde Briefe auszutragen.

Dafür werden weite Teile des Naturschutzgebietes Brunssummerheide nahe der Grenze zum Kreis Heinsberg für 24 Stunden bis Dienstagabend für die Öffentlichkeit gesperrt.

Der Tatverdächtige Jos B. war im Sommer 2018 in Spanien festgenommen worden. Ermittler waren ihm nach einem Massen-Gentest auf die Spur gekommen. An der Leiche von Nicky waren 17 Spuren entdeckt worden, die alle mit der DNA des Angeklagten übereinstimmen sollen.

Der heute 56 Jahre alte Beschuldigte hatte bei der ersten Anhörung zu dem Fall vor Gericht im vergangenen Dezember in Maastricht seine Unschuld beteuert. Er habe den Jungen weder sexuell missbraucht noch getötet. Das Hauptverfahren wird vermutlich im Herbst 2019 starten.

Foto: grafik

Nicky war während eines Sommercamps in der Brunssummerheide im Südosten der Niederlande verschwunden. Einen Tag später wurde die Leiche des Jungen gefunden. Die Staatsanwaltschaft verspricht sich von der Begehung ein besseres Verständnis der genauen Lageverhältnisse, darunter der Wege zwischen dem Camp und der Stelle, an der Nickys Leiche lag.

(hau/dpa)
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