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Mann machte sich an Kinder heran: Cyber-Groomer muss vier Jahre in Haft

Mann machte sich an Kinder heran : Cyber-Groomer muss vier Jahre in Haft

Ein Bauarbeiter aus Neuss ist wegen Kindesmissbrauchs und Verbreitung von Kinderpornografie zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht in Düsseldorf sprach den Mann in dem Prozess um sogenanntes Cyber-Grooming schuldig.

Die Staatsanwältin hatte sechs Jahre Haft für den bereits einschlägig vorbestraften Mann gefordert.

Der 25-jährige hatte zum Prozessauftakt umfassend gestanden und so den minderjährigen Opfern eine Aussage vor Gericht erspart. Alle Vorwürfe der Anklage stimmten. Das Geständnis wertete die Richterin zu seinen Gunsten wie seinen Wunsch, sich einer Therapie unterziehen zu wollen.

Der Bauarbeiter ohne Schulabschluss hatte bereits zwei Jahre Jugendhaft verbüßt und war im Dezember 2018 aus der Haft entlassen worden. Nur ein halbes Jahr später hatte sich der Mann, der in Neuss bei seinen Eltern wohnt, über Social-Media-Apps wie Instagram und Likee an kleine Mädchen herangemacht.

Mithilfe falscher Profile hatte er sich als Mädchen oder Junge ausgegeben und so in 20 Fällen seine Opfer dazu gebracht, ihm Nacktbilder zu senden. Die Fotos und Videos der acht bis zwölfjährigen Mädchen hatte der 25-Jährige dann in einer WhatsApp-Gruppe von Pädophilen verbreitet.

Den Chat-Protokollen zufolge hatte er zudem versucht, sich mit den Kindern zu verabreden. Er wäre zu einem solchen Treffen aber nicht hingegangen, behauptete der Angeklagte.

Aufgeflogen war der Mann durch die Strafanzeige der Mutter eines zwölfjährigen Mädchens und Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Mittäter aus dem Schwarzwald. Bei der Durchsuchung seines Zimmers waren die Ermittler auf 900 kinderpornografische Bild- und Videodateien gestoßen.

(dpa)