Geilenkirchen: Crossgolfer sind Favoriten auf den Weltmeistertitel

Geilenkirchen : Crossgolfer sind Favoriten auf den Weltmeistertitel

Aachener Crossgolfer streben nach dem WM-Titel

Sie sind amtierende Europameister. Und am Samstag wollen sie in Paris auch den Weltmeistertitel erringen. Wenn die deutsche Nationalmannschaft im Crossgolf am Samstag als Favorit bei der WM an den Start geht, wird das sechsköpfige Team von drei Spielern aus der Region angeführt: Norman Dick aus Aachen, Max Jaskulski aus Stolberg und Michael Pauels aus Baesweiler. Sie alle gehören dem Verein Crossgolf Aachen an.

„Es ist mein erstes großes Turnier. Eine gewisse Aufgeregtheit ist schon da“, sagt Max Jaskulski, mit 28 Jahren der Jüngste in dem Trio. Der Rettungsassistent aus Stolberg ist auch der einzige, der gleich mit Crossgolf angefangen hat. „Ich habe mir einen Schläger im Internet bestellt und bin zum Camp Astrid gefahren. Ich hatte gelesen, dass dort Crossgolf gespielt wird“, erzählt er. Jetzt, wenige Jahre später, gehört er zu den besten Spielern des Landes.

Norman Dick und Michael Pauels haben im Gegensatz zu ihrem Mitspieler ihre Wurzeln im klassischen Golf und spielen seit einiger Zeit parallel dazu die Crossvariante. Mit ziemlichem Erfolg, beide gehörten im vergangenen Jahr zur Mannschaft, die in Prag den Europameistertitel gewann. „Gemeinsam mit den Franzosen sind wir führend in Europa“, erklärt der 39-jährige Norman Dick. Gerade noch hat er am Golfclub Loherhof in Geilenkirchen Kinder auf dem echten Golfplatz trainiert, da trifft er sich gleich nebenan mit seinen Crossgolf-Mannschaftskameraden zum Abschlusstraining vor der Reise nach Frankreich. Den Übungsparcours bestimmen die drei selber; Gebäude, Wege und Straßen werden einfach einbezogen. So ist das halt beim Crossgolf.

Auf Hydranten oder durch Fenster

„Ein klassisches Loch gibt es bei uns nicht. Das Ziel kann ein Hydrant sein, eine offene Tür, ein umgedrehter Regenschirm oder ein Fenster“, erklärt Dick. „Lass uns auf die Kabeltrommel da hinten spielen“, schlägt Michael Pauels vor. Die steht etwa 100 Meter entfernt direkt neben einer Hecke. Der Abschlag erfolgt von einem gepflasterten Weg, es geht über eine holprige Wiese. „Je mehr Asphalt, desto interessanter“, findet Norman Dick. Größter Reiz sei es aber, über Häuser zu spielen. Je ungewöhnlicher, desto besser: Den Abschlag für das nächste Loch verlegen die Drei kurzerhand auf die Dachterrasse des benachbarten Studentenwohnheims.

Am Samstag treffen sich die besten Crossgolfer der Welt im Nordosten von Paris auf einem ehemaligen Bahnhofsgelände, das derzeit bebaut wird. Bislang kennen die Spieler das Gelände nur von Fotos. „Vielleicht sind mittlerweile aber neue Gebäude entstanden“, sagt der 46-jährige Pauels. Vor Ort werden die sechs deutschen Spieler, die in drei Zweierteams spielen, die 60 bis 200 Meter langen Löcher zunächst abgehen und sich dann eine Taktik zurechtlegen. Neun Löcher werden gespielt, jeweils drei in einem Modus. Mal spielt jeder Akteur mit seinem Ball das Loch zu Ende, mal spielen beide Teammitglieder abwechselnd, und in der dritten Variante schlagen zwar beide Spieler ab, aber dann wird nur mit dem besser liegenden Ball abwechselnd weiter gespielt. Zu guter Letzt werden die Resultate der drei Doppel jedes Landes addiert. Das schlechteste Ergebnis wird gestrichen, dann steht der neue Weltmeister fest.

Welche Herausforderungen auf sie warten, erfahren die Spieler erst vor Ort. So wie bei einem der drei deutschen Qualifikationsturniere in Wittenberg. „Das ging am Pfingstsonntag mitten durch die Altstadt, die voller Touristen war“, erinnert sich Pauels. Nur gut, dass der Ball beim Crossgolf gerade mal 13 Gramm wiegt und damit 70 Prozent weniger als ein regulärer.

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