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Coronavirus: Geht „ein bisschen“ Karneval?

Mehrheit ist für Absage : Geht „ein bisschen“ Karneval?

Eine ganze Session ohne Karneval? Zumindest die großen Veranstaltungen und Züge scheinen in Pandemie-Zeiten fehl am Platz. Auch in Heinsberg – einem früheren Corona-Hotspot – sind die Verantwortlichen dagegen.

Nix Alaaf und Helau: Zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland (67 Prozent) befürworten einer Umfrage zufolge wegen der Corona-Pandemie eine bundesweite Absage aller kommenden Karnevalsfeiern. Rund ein Viertel (23 Prozent) lehnen eine Absage ab, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Befragt wurden am Donnerstag (20.8.) fast 1200 Personen. Frauen und Männer sind sich recht einig bei dem Thema, auch wenn bei den Männern mehr die Absage „voll und ganz befürworten“ (50 Prozent) als bei den Frauen (47 Prozent).

Die Argumente, die für eine Absage sprechen, klingen einleuchtend: Nach einer Karnevalssitzung im Februar dieses Jahres wurde der Kreis Heinsberg einer der ersten deutschen Corona-Hotspots. Angesichts dessen sprach sich auch der dortige Landrat nun für eine Absage aus.

„Ich glaube nicht, dass es nächstes Jahr Karneval geben wird. Unsere Aufgabe ist jetzt, Dinge aufrechtzuerhalten, die essenziell sind“, sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Dazu gehöre, Schulen und Kitas offenzuhalten. „Die anderen Dinge sind Luxus und Freizeitvergnügen, die müssen zurückstehen. Auch wenn der Karneval eine wahnsinnig ernste Angelegenheit ist.“

Pusch sagte: „Als wenn die Kölner ,ein bisschen’ Karneval feiern könnten. Das ist wie ein bisschen schwanger. Ich glaube, es wäre am besten, das jetzt abzusagen.“ Das sei auch das, was er aus den Vereinen in seiner Region höre. „Sonst wabert das Thema ewig umher.“ Heinsberg liegt in Nordrhein-Westfalen und ist der westlichste Kreis Deutschlands.

Zuletzt mehrten sich die Stimmen, die eine Karnevalssession 2020/2021 angesichts der Coronavirus-Pandemie skeptisch sehen, darunter auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Laut aktueller Umfrage befürworten Jüngere (18 bis 24 Jahre) eine bundesweite Absage aller Karnevalsfeiern am häufigsten (77 Prozent); die 35- bis 44-Jährigen am seltensten (61 Prozent).

Menschen in Westdeutschland, wo sich die traditionellen Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz befinden, befürworten eine Absage übrigens häufiger als Ostdeutsche (69 Prozent gegenüber 61 Prozent).

(dpa)